Der berühmte Maho Beach: Nervenkitzel für Planespotter und Sonnenanbeter

© Godai Wolfgang

Reise
05/06/2019

Karibik-Urlaub direkt neben der Landebahn

Sint Maarten oder St. Martin: Auf der kleinen, aber besonderen Insel ist nach Hurrikan Irma wieder Ruhe eingekehrt.

Sint Maarten bzw. Saint Martin ist etwas ganz Spezielles: Sie ist die kleinste Insel der Welt, die zu zwei Ländern gehört, der Süden als autonome Region innerhalb der Niederlande, der Norden als Teil Frankreichs. Einsame Strände gibt es nur wenige, dafür findet man auf nur 88 km² fast alles, wofür die Karibik steht. Und die Menschen hier sind dankbar darüber, dass wieder richtig was los ist, denn erst vor kurzer Zeit war alles ganz anders.

Als am 6. September 2017 Irma, der stärkste Atlantik-Hurrikan in der Geschichte, über die Insel fegte, ging das Leben für die Einheimischen im wahrsten Sinn unter. Bis zu 95 Prozent der Gebäude wurden beschädigt, die Wirtschaft, deren Einnahmen zu 90 Prozent aus dem Tourismus stammen, lag am Boden.

Mittlerweile herrscht größtenteils wieder Normalität, der Aufbau ist in vollem Gang und dank viel Unterstützung seitens der Mutterländer sowie der EU funktioniert wieder fast alles. Manche Hotels konnten wieder in vollem Umfang eröffnen, manche werden noch restauriert.

Die Touristen sind jedenfalls wieder da. Das sieht man auch am Hafen von Philipsburg, der Hauptstadt des holländischen Teils, durch deren Gassen sich dank Zollfreizone untertags wieder Menschenmassen schieben. Vier riesige Kreuzfahrtschiffe liegen hier oft gleichzeitig vor Anker. Trotz der Kurzbesucher sind die Reedereien besonders beliebt, waren sie doch die ersten, die nach dem Hurrikan nicht nur Versorgungsgüter, sondern auch zahlende Gäste wieder auf die Insel brachten.

Strand an der Landebahn

Der Princess Juliana International Airport ist aber längst auch wieder voll intakt, was nicht unwichtig ist, ist er doch die bekannteste Attraktion der Insel. Keine zwanzig Meter über den Köpfen von Planespotting- und Badetouristen am berühmten Maho Beach setzen die Flugzeuge zur Landung an. Noch spezieller sind jene Urlauber, die sich, meist nach mehreren Cocktails in den angrenzenden Bars, direkt an den Zaun stellen, wo die startenden Jets wegen der nahen Berge mit vollem Schubstrahl loslegen müssen. Wir standen zehn Meter weiter weg und spürten noch immer den heißen, nach Kerosin stinkenden Sandsturm.

Spektakulär, dafür völlig ungefährlich ist eine neue Attraktion nahe Philipsburg, der „Flying Dutchman“, laut Betreibern die steilste Seilrutsche der Welt. Davor fährt man mit einem Sessellift auf den 340 Meter hohen Sentry Hill, von dessen Bergstation man neben einem 360-Grad-Panorama St. Maartens auch die Nachbarinseln Saba, St. Barthelemy, St. Eustatius und Anguilla bewundern kann.

Wer noch mehr sehen will, braucht einen Mietwagen. Linienbusse sind rar, und so kommt man am schnellsten zu den breiten Stränden des holländischen Teils, der von Kreuzfahrern wuselnden Great Bay vor Philipsburg, dem Hotelstrand Little Bay (siehe Info) und den beliebten Traumstränden Simpson Bay und Mullet Bay.

Idylle Grand Case

Idyllischer ist der französische Teil. Von der quirligen, sehr karibischen Hauptstadt Marigot aus kommt man alle paar Fahrminuten an einem hübschen Fotostopp vorbei. Besonders empfehlenswert, wenn nicht der schönste Platz der ganzen Insel ist der Ort Grand Case mit einem herrlichen, langen Strand, bunten, kleinen Geschäften und den angeblich besten Restaurants.

Der Norden ist kaum überlaufen und naturbelassener. Zwischen dem im grünen Hügeln eingebetteten Strand Anse Marcel und der von FKK-Fans bevölkerten Baye Orientale finden wir wunderschöne Aussichtspunkte. Besonders empfehlenswert: Die Fähre zur winzigen Insel Pinel, mit Zuckerstrand und Bars.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, hat noch einen unschätzbaren Vorteil: In fast jedem kleinen Ort findet man wunderbare Restaurants mit vergleichsweise kulanten Preisen. Wenn die zahlreichen Hotelrenovierungen und –neubauten, die wir beobachten konnten, fertig sind, könnte sich das ändern. Andererseits würden dann vielleicht die Zimmerpreise wieder sinken, denn die sind aufgrund der mangelnden Betten im Winter derzeit unanständig hoch. Doch man sollte nicht vergessen: Jeder Tourist mehr hilft den vom Hurrikan so schrecklich geplagten Bewohnern.

Info

Anreise Am angenehmsten mit Air France (1x umsteigen in Paris CDG), ab ca. 900 € hin, retour. airfrance.at

Reisezeit Trockenzeit ist von Dezember bis April, die Hotels sind da  vor allem von US-Touristen nahezu ausgebucht, Preisniveau sehr hoch.  KURIER-Tipp: Mai bis Juli ist viel günstiger, da ist zwar Regenzeit, aber die Sonne scheint trotzdem meistens und die Temperaturen sind fast noch angenehmer. Im Winter kann´es abends durchaus kühl werden. Ab August ist Hurrikangefahr.

Ausflüge Von Philipsburg und Marigot gibt es Fähren und Ausflugsschiffe auf die Nachbarinseln Saba, St. Barthelemy, St. Eustatius und Anguilla, Pass nicht vergessen! Gute Tauch- und Schnorchelreviere.

Währung Im holländischen Teil US-Dollar, im französischen Teil Euro.

Hoteltipps Divi Little Bay Beach Resort, direkt an schönem Badestrand und mit herrlichem Blick auf Great Bay und Philipsburg, großes Hotel mit guter Infrastruktur und größtenteils ruhigen Zimmern. Star des Hauses ist der zahme Papagei Gizmo. DZ/EZ ab  220 € im Sommer,
– Bleu Emeraude, in Grand Case, direkt an tollem Strand, Karibik-Feeling und gute Infrastruktur, DZ/EZ ab  210 € im Sommer, beide Hotels im Winter wesentlich teurer.

Unterwegs Hotels bieten günstige Mietwagen, Taxis auf der Insel haben (erträgliche) Fixpreise, preiswerte Minibusse nur auf Hauptrouten regelmäßig.

Souvenirs Rum mit eingelegten Gewürzen und Früchten, Guavaberry-Marmelade, Malereien.

Auskunft www.stmartinisland.org

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