Politik Inland
02/05/2021

Apotheken und Betriebe rüsten auf: Test-Angebot wird "massiv" ausgebaut

Erste Apotheken bieten ab Montag Gratis-Schnelltests an, für innerbetriebliche Tests gibt es ab 15. Februar einen Kostenersatz von zehn Euro pro Testung.

von Michael Hammerl

Die Lockerungen ab kommenden Montag gehen mit Testpflichten einher. Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen wollen, müssen sich genauso einmal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, wie berufliche oder private Pendler. Auch beim Besuch eines Friseurs oder anderer körpernaher Dienstleister muss man ein negatives Testergebnis vorweisen können, das nicht älter als 48 Stunden ist. Nun ist es so, dass vor allem in ländlichen Gebieten nicht überall ein niederschwelliger Zugang zu Tests gegeben ist.

Friseure, Pensionistenvertreter und Landespolitiker fordern Alternativen, etwa eine Anerkennung von Selbsttests, die laut Studien ähnlich präzise sind wie Antigentests.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nahmen Freitagvormittag Stellung, flankiert von Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr und der Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Vorab: Das Test-Angebot soll "massiv" ausgebaut werden.

Zehn Euro pro Test für Betriebe

Eine umfassende Teststrategie sei das beste Mittel, um die Wirtschaft "nachhaltig" hochzufahren, sagte Schramböck. Deshalb möchte man die Testkapazitäten verbreitern, vor allem bei den "Betrieben".

Ab 15. Februar soll es deshalb als Anreiz einen Kostenersatz für betriebliche Testungen geben: "Für jeden durchgeführten Test erhalten alle Unternehmen mit Sitz in Österreich zehn Euro", so Schramböck. Dieser kann im Nachhinein beantragt werden. Der Kostenersatz gelte für Antigen- und PCR-Tests und es dürfte etwa eine Woche dauern, bis er beim Unternehmen ankommt.

Unternehmen, die innerbetriebliche Tests anbieten, können sich dafür ab kommendem Montag bei der Wirtschaftskammer (WKÖ) registrieren. Wie Schramböck betonte, sollen dieses Tests nicht nur Mitarbeiter, sondern auch deren Angehörige und die Bürger in den jeweiligen Gemeinden in Anspruch nehmen können.

Gratis-Testangebot "massiv ausbauen"

In Österreich seien "bereits zehn Millionen Testungen" durchgeführt worden, pro Tag "weit über 100.000", freute sich Anschober. Mehrere Bereiche seien hier aktiv, führen Testungen durch: Die medizinische Hotline "1450", niedergelassene Ärzte und Apotheken. Dieses Netzwerk wolle man jetzt "massiv ausbauen". In den Bundesländern gebe es derzeit über 400 Teststandorte mit Kapazitäten für täglich 100.000 Testungen.

Nun soll das "Gratis-Testangebot" auf weitere Bereiche ausgeweitet werden: Auch Gemeinden arbeiten daran "klare Angebote für die lokale Bevölkerung" vorzulegen. Als Vorbild nannte er Dornbirn und Bürgermeisterin Kaufmann. Apotheken sollen ebenso bei der Erweiterung der Kapazitäten helfen. Wie?

Apotheken: Flächendeckendes Gratis-Angebot bis Ende Februar

Beim Gratis-Testangebot wolle man sich auf Apotheken in Regionen fokussieren, wo ansonsten die Infrastrukturen fehle, erklärte Mursch-Edlmayr. Sie bitte um Verständnis, dass das nicht sofort in allen Apotheken möglich sei. Das müsse erst technisch umgesetzt werden. "Was heißt das konkret? Wir werden natürlich ab nächster Woche improvisieren müssen, wie alle."

Ab Montag werde eine Liste auf der Website der Österreichischen Apothekenkammer verfügbar sein, auf der stehen werde, welche Apotheken sofort mitmachen. Einen Termin müsse man telefonisch vereinbaren, so Mursch-Edlmayr. Und: Patienten sollen zum Termin doch bitte ihre e-card mitnehmen.

In den nächsten ein bis zwei Wochen soll das Angebot mithilfe "technischer Tools" massiv ausgebaut werden, verspricht Mursch-Edlmayr: "Mit Ende Februar kann man in einen Flächenbetrieb gehen." Die Liste der Apothekerkammer werde dann täglich aktualisiert. Jetzt gehe es vorrangig darum, "weiße Flecken in Österreich" abzudecken, um auch in abgelegeneren Gebieten Gratis-Tests zu ermöglichen.

"Die Gratis-Coronatests in den Apotheken helfen vor allem Seniorinnen und Senioren, wieder aktiver am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Ich bin froh, dass sich die vielen Gespräche und Verhandlungen bezahlt gemacht haben", freute sich Seniorenbund-Präsidentin (ÖVP) Ingrid Korosec in einer ersten Reaktion.

36.000 Dosen Astra Zeneca kommen

Nach wie vor gilt: Wohnzimmertests gelten nicht. Hingegen neu: Freitagabend sollen die ersten Dosen des Impfstoffs Astra Zeneca in Österreich ankommen - laut Ministerium 36.000.

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