Wie Österreichs Umgang mit Corona-Daten die Pandemie verlängert

Wie Österreichs Umgang mit Corona-Daten die Pandemie verlängert
Berater der Regierung drängen auf eine klügere Vernetzung von Daten. Der vierte Lockdown hätte möglicherweise verhindert werden können.

Als ein Mitarbeiter des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz im Juli gefragt wurde, wie und von wem die Krisenstäbe die Zahl der belegten Intensivbetten gemeldet bekämen, da antwortete der Kabinettsmitarbeiter ernüchtert: „Wir bekommen das überhaupt nicht gemeldet. Wir rufen die Spitalsträger telefonisch durch.“

Nun ist Sebastian Kurz zwar nicht mehr Regierungschef. An der Daten-Lage hat sich bis heute aber kaum etwas geändert – und das, obwohl angesichts der Omikron-Mutation mehr denn je Tempo gefragt ist.

Seit Monaten drängen die Mitglieder der Krisenstäbe, die Grundlagen für die politischen Entscheidungen zu verbessern. „Wir haben Anfang des Sommers einen Vorschlag gemacht“, sagt Komplexitätsforscher Stefan Thurner zum KURIER. „Seither ist wenig passiert.“ Das ist irritierend. Denn viele Experten sind überzeugt, dass sich Österreich den vierten Lockdown möglicherweise hätte ersparen können, hätte man die „digitalen Hausaufgaben“ gemacht.

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