Für Weihnachten gilt eine Sonderregelung

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
11/07/2021

"Werden zu Weihnachten und Silvester noch 2-G haben"

Die am Freitag beschlossenen Maßnahmen werden uns noch länger begleiten, glauben Bundeskanzler Schallenberg und Vizekanzler Kogler.

Mit 9.943 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden ist gestern in Österreich ein neues Allzeit-Hoch seit Ausbruch der Pandemie erreicht worden. Der bisherige Höchstwert vom 13. November 2020 - damals hatte man 9.586 Infektionen verzeichnet - wurde damit deutlich übertroffen. Beim Sieben-Tages-Schnitt hält man mittlerweile bei 7.148 Infektionen pro Tag. 

Mit derart rasanten Zuwächsen bei den Infektionszahlen hat nicht einmal das Covid-Prognosekonsortium in seiner letzten Vorschau gerechnet. Die Experten waren bei ihren Berechnungen für den 6. November von einem Sieben-Tages-Schnitt von 6.413 ausgegangen, als Konfidenzintervall wurde ein Rahmen zwischen 5.767 und 7.521 ausgegeben.

Als Wellenbrecher soll die am Freitag beschlossene 2-G-Regel herhalten. Kurz gesagt gilt dann überall dort, wo bislang 3-G galt, die 2-G-Regel (mehr dazu hier). Für beinahe alle Lebensbereiche gilt somit ab kommenden Montag: Wer nicht geimpft oder genesen ist, kommt nicht mehr ins Restaurant oder Hotel hinein. 

Man wolle die "Zügel für Ungeimpfte straffer ziehen". So bezeichnete es Bundeskanzler Alexander Schallenberg. "Die Lage ist ernst". Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein appellierte an die Bevölkerung: "Meine Damen und Herren, wir sitzen in einem Boot. Hören wir auf mit der augenzwinkernden Wurschtigkeit."

Mediziner und Virologen begrüßen die Verschärfungen grundsätzlich. Für Virologen Christoph Steininger etwa war es höchste Zeit, diesen Schritt zu setzen. Jetzt würde er eine Impfpflicht für den medizinischen Bereich sowie andere Berufe, die viel mit anderen Menschen in Kontakt sind, begrüßen.

Virologe Norbert Nowotny sprach sich am Samstag für noch drastischere Maßnahmen aus und forderte gegenüber Puls24 einen kompletten, zweiwöchigen Shutdown. "Ich wäre ehrlich gesagt für einen kurzen, harten, kontrollierten Lockdown". Gelten sollte diese für alle, also auch für Geimpfte. Starten sollte der Lockdown bereits kommenden Samstag, 13. November.
 

"Niemand will einen Lockdown, aber das ist die einzige Möglichkeit, die aktuellen Corona-Zahlen mit Sicherheit wieder runterzubringen“, sagt Nowotny in dem Interview.

Gemeinsames Ziel: Kein Lockdown

Ein Lockdown ist genau das, was die politischen Vertreter jedoch verhindern wollen. Das beteuern sowohl Bundeskanzler Alexander Schallenberg als auch Vizekanzler Werner Kogler in einem Doppelinterview mit der Krone erneut. "Wir haben ein gemeinsames Ziel: kein Lockdown mehr für die Geschützten!, sagte Schallenberg gegenüber dem Blatt. Kogler darin: "Das Ziel ist klar, genau darum geht es, einen Lockdown zu verhindern und gleichzeitig das Gesundheitssystem zu schützen und die Gesundheit der Menschen. 

Kritik, wie sie etwa seitens der Opposition laut wurde, man habe als Regierung zu spät auf die Entwicklung reagiert und mit der mehrfach gestreuten türkisen Botschaft "Pandemie gemeistert" der Bevölkerung falsche Tatsachen und Sicherheiten vorgegaukelt, will der Kanzler im Interview nicht gelten lassen. "Ein Buch liest sich von hinten immer leichter. Die Experten haben diese dramatische Dynamik, die wir jetzt sehen, in der Form nicht vorhergesehen. Keiner von uns hat eine Kristallkugel, wir wissen nicht genau, wie es sich entwickelt."

2-G bis Weihnachten

Worin sich Kanzler und Vizekanzler einig sind, ist, dass die ab Montag in Kraft tretenden 2-G-Regeln auch zu Weihnachten und an Silvester noch gelten werden. "Ich gehe nicht davon aus, dass in sechs Wochen die Situation so ist, dass wir die Maßnahmen wieder zurücknehmen können", so Schallenberg. Kogler: "Allerhöchstwahrscheinlich werden wir zu Weihnachten und zu Silvester noch 2G haben."

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.