Was die 32-Stunden-Woche in der Pflege bringen könnte

Was die 32-Stunden-Woche in der Pflege bringen könnte
SPÖ-Chef Andreas Babler will die 32-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, um den Pflegekräftemangel zu bekämpfen. Vertreter aus der Pflege sehen die Idee skeptisch.

Wie Andreas Babler im ORF-Sommergespräch erklärte, sei die 32-Stunden-Woche eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Vor allem in der Pflegebranche. Würde dort eine 32-Stunden-Woche gelten, so der SPÖ-Chef, garantiere er, dass mehr Menschen den Beruf ergreifen würden. Zudem würden die bereits ausgebildeten Pflegekräfte länger im Beruf bleiben, was derzeit nicht der Fall ist. 

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Hält Bablers Aussage der Realität stand? Ein KURIER-Faktencheck.

Wie groß ist der Bedarf an Pflegekräften?

"Der Bedarf an Pflegekräften wird in den nächsten zehn Jahren noch weiter steigen“, erklärt Alexander Bodmann, Direktor der Caritas Wien im KURIER-Gespräch. Das liege einerseits an anstehenden Pensionierungen und andererseits daran, dass wir in einer immer älter werdenden Gesellschaft leben. 

Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums halten es 65 Prozent aller Befragten im Pflegesektor für unwahrscheinlich, den Beruf bis zur Pension auszuüben. 15 Prozent haben bereits konkrete Absichten, den Beruf zu wechseln. Im Krankenhausbereich hat 2021 sogar fast jede zweite Pflegekraft immer wieder über einen Berufsausstieg nachgedacht.

Die durchschnittliche Verweildauer im Pflegeberuf liege laut Studie bei sechs bis zehn Jahren. Grund dafür sei eine Kombination aus "von vergleichsweise geringer Entlohnung und hoher körperlicher und psychosozialer Belastung".  Eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin verdient Vollzeit in ihren ersten Berufsjahren rund 2.500 Euro brutto. Eine Pflegeassistentin erhält zu Beginn ihrer Berufslaufbahn rund 2.100 Euro brutto/Monat.

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