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Politik Inland
11/08/2021

Virologin: Infektionszahlen werden noch weiter steigen

Virologin Redlberger-Fritz rechnet mit weiterem Anstieg der Infektionszahlen, bevor die neue 2-G-Regel Wirkung zeigt. Bezüglich Off-Label-Use ist sie skeptisch.

Von Freitag auf Samstag wurde ein trauriger Rekord geknackt: Mit fast 10.000 Neuinfektionen gab es so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. 

Diese Zahl wird kommende Woche noch steigen, sagt Virologin Monika Redlberger-Fritz am Sonntagabend in der "ZiB2". Die Infizierten, die in dieser Woche entdeckt wurden, haben ja noch weitere Menschen angesteckt. 

Dass sich an diesem Wochenende - nach der Ankündigung der 2-G-Regel ab Montag - wieder mehr Impfwillige gefunden haben, mache noch keinen großen Unterschied. "Die Impfung ist kein Wunder", sagt Redlberger-Fritz, es dauere einige Zeit, bis der Impfschutz nach der ersten Dosis greift. 

Die derzeitige Situation sei absehbar gewesen, bestätigt die Virologin. "Man hat im Sommer schon gesehen, dass die Impfrate nicht hoch genug ist, um einen Anstieg der Infektionen zu verhindern. Deshalb sind wir leider in dieses Worst Case Szenario geraten." 

Lokale Lockdowns

Auf die Frage, ob es noch schlimmer kommen könnte - ob es also wieder einen Lockdown braucht, sagt Redlberger-Fritz: "Aus rein virologischer Sicht ist der Lockdown die effizienteste Maßnahme, um die Welle zu brechen. Aber dass die Bevölkerung nicht mehr mitspielt nach zwei Jahren, ist klar." Aber: Bei lokal stärkeren Ausbrüchen werde es wohl lokale Lockdowns brauchen. 

Ganz entscheidend sei, dass nun die Booster-Impfungen, also der dritte Stich, rasch durchgeführt werden. Bei älteren und immungeschwächten Personen gibt es diese Empfehlung schon länger, diese Woche hat das Nationale Impfgremium den dritten Stich auch für alle anderen empfohlen, wenn der zweite Stich sechs Monate her ist. 

Ob es bei diesen drei Stichen bleibt oder ob es noch einmal eine Auffrischung braucht, sei derzeit nicht abzusehen. Bei vielen Impfungen, die es jetzt schon gibt, gebe es drei Dosen. 

Gegen Kinder-Impfstraßen

Wien will demnächst Impfstraßen für 5- bis 11-Jährige eröffnen - ein so genannter "off-label-use", weil die EMA die Impfung für unter 12-Jährige noch nicht zugelassen hat. Das Zulassungsverfahren läuft.

Redlberger-Fritz sagt dazu: "Ich denke, wir sollten auf die Zulassung warten." Die EMA habe strengste Zulassungskriterien. Auch Impfskeptiker könnten sich darauf verlassen: "Wenn eine Impfung on label ist, ist sie eine sichere Impfung." 

Die US-Arzneimittelbehörde FDA gewährte dem Impfstoff von BioNTech bereits eine Notfallzulassung für Kinder ab fünf Jahren. 

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