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Politik Inland
11/05/2020

Terror in Wien: Die Amokfahrt machte Graz sensibel

Dreifacher Mord 2015 war kein Terroranschlag. Seither gab es jedoch einige Vorfälle mit IS-Bezug.

von Elisabeth Holzer

"In Graz wissen wir, wie Trauer eine Stadt lähmen kann", erinnert sich Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP). "Aber auch, dass hier nur Zusammenhalt Trost spenden kann."

Im Juni 2015 trauerte das offizielle Graz eine Woche lang: Ein Amokfahrer raste durch die Stadt, tötete drei Menschen, verletzte 53 zum Teil schwer und gefährdete insgesamt 108.

Lebenslange Haft

Alen R. wurde längst rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen - wegen dreifachen Mordes und 108-fachen Mordversuches. Wie der Attentäter von Wien ist R. Österreicher mit Migrationshintergrund aus einer "unauffälligen Familie".

Während jedoch der Anschlag von Wien vom IS für sich reklamiert wird, gab es in Graz keine Erkenntnis, die zu Islamismus geführt hätte. So war die Amokfahrt kein Terror, sondern die Tat eines "kaltherzigen, gefühllosen, berechnenden Menschen“, der sich wegen Kränkungen rächen wollte, wie Psychologin Anita Raiger im Prozess skizzierte.

Anschlag auf Synagoge

Doch danach kam es auch in Graz zu Vorfällen mit IS-Bezug. Erst Ende August gab es Anschläge auf die Grazer Synagoge sowie einen Angriff auf den Präsidenten der Kultusgemeinde -  aus "Hass auf Juden“, wie der Verdächtige aussagte, der als islamistischer Fanatiker eingestuft wird.

Anschlagsplan vereitelt

Im Vorjahr zündete ein abgewiesener Asylwerber Brandsätze im Rathaus, in einem Bezirksgericht sowie in einer Bezirkshauptmannschaft in Graz. Auch der Dezember 2017 ist vielen Grazern in Erinnerung: Der Verfassungsschutz nahm einen 25-Jährigen fest, der einen Anschlag geplant haben soll -  auf einen Christkindlmarkt, mit einem Auto oder Lkw. Auch dieser Verdächtige wurde der islamistischen Szene zugeordnet.

Die Grazer Behörden sind alarmiert, auch wenn die Sicherheitslage derzeit auf „keine aktuelle Gefährdung“ hindeute -  trotz aller Meldungen in sozialen Medien: Die auf WhatsApp kursierende, 16 Sekunden kurze Sprachnachricht über eine angebliche „Einsatzbereitschaftsmeldung“ wegen eines bevorstehenden Terroranschlags in Graz ist frei erfunden, versichert die Landespolizeidirektion.

 

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