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Politik von innen
08/06/2021

Salzburger Festspiele: Türkis-schwarze Politikerinnen im Nachfolgespiel

Helga Rabl-Stadler wird nach 26 Jahren als Präsidentin abtreten. Warum der Prestige-Job eine Frauensache bleibt.

von Daniela Kittner, Gert Korentschnig

Seit 26 Jahren ist Helga Rabl-Stadler Präsidentin der Salzburger Festspiele. Nach mehrfacher Verlängerung ihres Vertrags sieht es im Moment tatsächlich danach aus, als würde dieser im Dezember dieses Jahres auslaufen. Das gibt nicht nur im Kulturbetrieb, sondern auch in der Politik Anlass für Personalspekulationen. Die Personal-Entscheidung steht unmittelbar bevor, und im Nachfolgespiel gibt es überraschende Wendungen.

Seitens des Kuratoriums, also des Aufsichtsrats der Festspiele, wurde Rabl-Stadler zugesagt, dass der Präsidentenposten erst nach Ende dieser Saison ausgeschrieben werde. Hinter den Kulissen finden aber schon intensive Gespräche statt, manche Beobachter rechnen mit einer (Vor-)Entscheidung Mitte August. Das Festspielkuratorium besteht aus fünf stimmberechtigten Mitgliedern (und zwei ohne Stimmrecht). Die Entscheidung treffen demnach Landeshauptmann Wilfried Haslauer (Land Salzburg), Bürgermeister Harald Preuner (Stadt Salzburg), Maria Fekter (Vertreterin des Finanzministeriums), Jürgen Meindl (Kulturministerium) und Hans Scharfetter (Salzburger Tourismusförderungsfonds). Somit vier Personen, die der schwarz-türkisen Reichshälfte zugeordnet werden, sowie einer auf einem grünen Ticket. Damit ist klar, dass sich die ÖVP bei dieser Wahl durchsetzt. Vor Rabl-Stadler war dieser Posten ein Ehrenamt, erst sie hat ihn zu einem Topjob gemacht.

Landeshauptmann ändert seine Pläne

Immer wieder genannt wurde Haslauer selbst. Er hat aber abgewunken. Fix scheint überdies, dass eine Frau das Präsidentinnenamt übernimmt (neben zwei Männern im Direktorium, Intendant Markus Hinterhäuser und kaufmännischer Leiter Lukas Crepaz). Somit dürfte auch Alexander Wrabetz (im Falle seiner Abwahl als ORF-Chef) keine Chance haben.

Fekter wurden Ambitionen nachgesagt, dazu dürfte es aber nicht kommen. Sarah Wedl-Wilson (Aufsichtsratsvorsitzende der Osterfestspiele) werden ebenfalls geringe Chancen eingeräumt. Hinter vorgehaltener Hand genannt wird Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf (ÖVP). Sie gilt als Wunschkandidatin Rabl-Stadlers.

Ministerin als türkise Kultur-Lady

Top secret tauchte zuletzt ein völlig neuer Name auf: jener von Europaministerin Karoline Edtstadler. Sie ist Salzburgerin, hat Kanzler Sebastian Kurz zuletzt bei den Festspielen vertreten und war bei wichtigen Festspiel-Terminen sehr präsent. Außerdem ist Edtstadler die „Kultur-Lady“ des türkisen Teils der Bundesregierung – nicht als Aufpasserin für den grünen Kulturminister Werner Kogler, sondern als türkise Ansprechpartnerin für die Kulturszene – speziell auch während der Pandemie.

Wiederkandidatur fix

Dennoch hält man in türkisen Regierungskreisen einen Wechsel der Ministerin zu den Festspielen für unwahrscheinlich. Sie sei zu jung für einen Repräsentativjob, heißt es. Und als Sprungbrett für den Landeshauptmannposten? Das sei unrealistisch, denn diese Stelle sei fix vergeben: Wilfried Haslauer (65) wird bei der Landtagswahl 2023 noch einmal kandidieren. Das hat er kürzlich im Beisein von Kurz bekannt gegeben.

Und wenn Haslauer dann in sechs, sieben Jahren als Landeshauptmann abtreten sollte, stehe laut ÖVP mit Landesrat Stefan Schnöll ein Nachfolger bereits fest.

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