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Politik von innen
09/30/2020

Rot-Pink in Wien soll Koalitionsalternative für Bund aufzeigen

Neos wollen bei der Wien-Wahl ihren Platz in der bürgerlichen Mitte festigen und hoffen auf ein Ticket zur Regierungsverantwortung.

von Daniela Kittner

24,6 Prozent eroberte Sebastian Kurz bei der Nationalratswahl 2019 in Wien, einem traditionellen Krisengebiet der ÖVP, und schoss damit weit über das Niveau seiner nur einstelligen Stadtpartei hinaus.

Und dennoch – der großen Zugewinne der ÖVP zum Trotz gab es 2019 auch in Wien gallische Dörfer, in denen die Türkisen sogar verloren. Dabei handelt es sich ausgerechnet um alteingesessene Wiener Bürgerbezirke wie Währing, die Innere Stadt oder Hietzing. Gerade in diesen Bezirken waren die Zuwächse der Neos besonders deutlich ausgefallen.

"ÖVP in Wien weit rechts"

Im aktuellen Wien-Wahlkampf versuchen die Pinken erneut ihr Glück als bürgerliche Alternative. „Die ÖVP ist in Wien besonders weit nach rechts gerückt. Das macht Platz in der Mitte frei“, sagt Neos-Generalsekretär Nikola Donig.

Für Neos ist die Wien-Wahl eine Gelegenheit zu überprüfen, ob sie ihren Kurs richtig gesteckt haben, ob die harte Opposition gegenüber der ÖVP den gewünschten Erfolg bringt. Der große Erdrutsch ist bisher ausgeblieben, in Umfragen – sowohl auf Bundesebene als auch in Wien – stagnieren die Pinken.

Hoffen auf verstörte Grüne

Ihre Hoffnungen richten sich indes nicht nur auf verschreckte Bürgerliche, sondern auch auf verstörte Grüne, denen die Koalition mit dem in der Flüchtlingsfrage hartherzig agierenden Bundeskanzler im Magen liegt.

Hoffnungen machen sich die Neos auch auf Rot-Pink in Wien. Nicht nur, dass sie prestigeträchtig in der Bundeshauptstadt mitregieren könnten – Rot-Pink wäre vor allem auch als bundespolitisches Signal gedacht. Pamela Rendi-Wagner und Beate Meinl-Reisinger sind zwar im Bund meilenweit von einer Mehrheit entfernt, Rot-Pink in Wien hätte aber den Zweck aufzuzeigen, dass ein solches Projekt politisch funktionieren kann und somit auch Wähler anzuziehen.

Krasser Schwenk der Neos

Dieses Kalkül steckt hinter dem krassen Schwenk von Neos-Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr, den Wahlkampf mit Spekulationen über ein Bündnis mit Türkis zu eröffnen – und mit einem Koalitionsangebot an die SPÖ zu beenden.

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