Politik | Inland
29.01.2018

NÖ: FPÖ-Präsidium steht "geschlossen hinter Landbauer"

Landesparteichef Rosenkranz bei Arbeitsklausur: Spitzenkandidat distanziere sich klar von jedwedem NS-Gedankengut.

Das Präsidium der FPÖ Niederösterreich stehe "geschlossen" hinter Udo Landbauer. Das betonte Landesparteichef Abg. Walter Rosenkranz am Rande einer Arbeitsklausur, bei der die Landtagswahl analysiert wurde. "Was die Frage nach den Personalentscheidungen betrifft, werden auch diese nun in den Gremien besprochen", so Rosenkranz in einer Aussendung.

Es gehe dabei auch um die Besetzung der Position des Landesrates und des Klubobmannes. Mit Gottfried Waldhäusl (Klubchef im NÖ Landtag) und Landbauer "haben wir zwei kompetente Spieler, die sich für diese Funktion gut eignen". Der freiheitliche Spitzenkandidat habe "ein ruhiges Gewissen bezüglich der kolportierten Geschehnisse" und distanziere sich klar von jedwedem NS-Gedankengut, betonte Rosenkranz.

"Bei aller medialen Aufregung" sei das Wichtigste für die Freiheitlichen, dass mit Landbauer ein "sehr schöner" Wahlerfolg eingefahren und die Mandate im Landtag verdoppelt wurden: "Diesem Wählerauftrag werden wir bestmöglich nachkommen."

Mikl-Leitner schließt Zusammenarbeit aus

Zuvor hatte schon Parteichef Heinz-Christian Strache demonstrativ nicht verstanden, was Landbauer eigentlich vorgeworfen werde. Zur Erinnerung: Es ist besonders die jahrzehntelange Mitgliedschaft in einer deutschnationalen Burschenschaft, in der seit 1997 ein offizielles Liederbuch mit Holocaust-bejubelnden Texten aufliegt.

Im Detail: Welche Möglichkeiten hätte Mikl-Leitner?

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte noch am Wahlabend bekräftigt, dass sie mit Landbauer nicht zusammenarbeiten wird. Mit Landbauer werde es "keine Zusammenarbeit in der Landesregierung geben", sollte ihn die FPÖ als Landesrat nominieren, sagte Mikl-Leitner in der ZiB2. In diesem Fall würde es kein Arbeitsübereinkommen geben. Zuvor hatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Rücktritt Landbauers gefordert.