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Politik Inland
08/04/2021

Corona-Fahrplan für den Schulstart: Geimpfte sind von Testpflicht befreit

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat ein Sicherheitskonzept vorgelegt, das Präsenzunterricht garantieren soll.

von Michael Hammerl

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat am Mittwoch einen Vier-Punkte-Plan "für einen sicheren Schulstart im Herbst" vorgelegt. Diesen präsentierte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Mikrobiologen Norbert Kreuzinger und der Virologin Dorothee von Laer.

Das Ziel lautet: kontinuierlicher Präsenzbetrieb. Schulschließungen und Schichtbetrieb seien keine Option mehr, betonte Faßmann: "Das will in der Regierung keiner mehr." Verhindert werden sollen solche Maßnahmen mit folgendem Sicherheitskonzept:

Frühwarnsystem durch Abwasseranalysen

Abwasseranalysten werden in 116 Kläranlagen in Österreich regelmäßig die "Risikolage" analysieren. So habe man das Abwasser von 3.062 Schulstandorten und somit von 75 Prozent der Schüler im Blick. Vorteil: Im Abwasser kann das Virus bereits eine Woche vor einer Infektion nachgewiesen werden. Wird das Virus nachgewiesen, können also alle Schulen einer gewissen Region vorgewarnt werden und mit Tests oder einer Ausweitung der Maskenpflicht präventiv reagieren. "Ich finde das Verfahren sensationell", sagte Faßmann.

Ab wann schlägt das Frühwarnsystem an? Das steht noch nicht fest. Grenz- und Schwellwerte festzulegen, das sei eine wichtige Aufgabe in den kommenden Wochen, sagte Faßmann. Was die Abwasseranalyse kosten wird, müsse noch erhoben werden, so Kreuzinger.

Parallel zur Abwasseranalyse wird es flächendeckende Stichproben-PCR-Tests an 300 Schulen geben. Die Gurgelstudie wird fortgesetzt.

PCR-Tests mindestens einmal wöchentlich

Apropos Tests: Dreimal pro Woche sollen alle Schüler ab Herbst getestet werden, mindestens einmal per PCR-Test. Die Tests werden in den Klassenräumen durchgeführt. Es werde sich nicht um Gurgel-, sondern um "Spültests" handeln. Motto: "Alles spült". Beim Spülen werden demnach weniger Aerosole freigesetzt als beim Gurgeln.

Die Proben werden anonymisiert ausgewertet. Parallel werden auch weiterhin Antigentests eingesetzt. Beide Tests werden im sogenannten "Ninjapass" vermerkt. Dieser habe sich bewährt und werde weiterhin zur Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten berechtigen, sagte Faßmann schmunzelnd.

Die Teststrategie sei in dieser Form "exzellent gewählt", sagte von Laer. "Diese Mischung aus PCR- und Antigentests halte ich für ausgesprochen gut." Der einzige nachhaltige Faktor, um den "Corona-Spuk" zu beenden, seien aber Impfungen.

Geimpfte Schüler von Testpflicht befreit

Schüler ab zwölf Jahren haben die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Damit Impfungen möglichst niederschwellig angeboten werden können, sollen Impfbusse die Schulstandorte anfahren. In einigen Bundesländern startet die Aktion mit insgesamt 30 Bussen bereits in den letzten beiden Ferienwochen, während der Sommerschule. Faßmann sprach sich wiederholt gegen eine Impfpflicht für Lehrer aus. "Wenn, dann muss das für den öffentlichen Dienst insgesamt diskutiert werden, nicht für einzelne Berufsgruppen", sagte der Minister.

Ein bewusster Anreiz für die Impfung: Geimpfte Schüler seien "nach der Sicherheitsphase in den ersten beiden Schulwochen" von der Testpflicht befreit, stellte Faßmann fest.

Sicherheitsphase

Sicherheitsphase? Ja, in den ersten beiden Schulwochen gilt die Testpflicht auch für geimpfte Schüler. Zudem müssen in dieser Phase außerhalb der Klassen Masken getragen werden. Für ungeimpfte Lehrer gilt die Maskenpflicht auch im Klassenraum. Wie es nach der Sicherheitsphase weitergeht, hänge auch davon ab, "was das Frühwarnsystem meldet", meinte Faßmann. Man werde dann "regional angepasst Maßnahmen" setzen.

Zehn Millionen Euro für Luftfilter

Streitpunkt war lange Zeit die Anschaffung von flächendeckenden Luftfiltern. "Wo Lüften nicht oder nur sehr schwer möglich ist", sollen diese nun durch den Schulerhalter angeschafft werden. Der Bund subventioniert die Anschaffung der Geräte, zehn Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Passende Geräte soll die Bundesbeschaffungsagentur (BBG) auswählen. Luftreiniger seien eine "Notmaßnahme", aber keine Dauerlösung, sagte Faßmann.

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