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Politik Inland
12/21/2021

Omikron-Abwehr: So wird GECKO arbeiten

Das Expertengremium wird einmal in der Woche zusammenkommen, wenn nötig auch öfter. Die Spitze von GECKO stimmt sich täglich ab.

von Elisabeth Hofer, Armin Arbeiter

Soldaten in tarngrünen Uniformen und die Abkürzung GECKO für "gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination" – eigentlich ist es fast unausweichlich, dass sich die neue Stabsstelle im Bundeskanzleramt die ebenfalls tarnfarbene Echse zum "Wappentier" macht. Tatsächlich soll diese Frage am Montag besprochen worden sein. Offiziell, sagt man, läge diese Abkürzung auch am nächsten, entschieden werde das aber erst. Im Fokus standen beim ersten Zusammentreffen des Gremiums stand jedenfalls andere Themen.

Wie der KURIER erfuhr, ging es vor allem um Organisatorisches und die zukünftige Arbeitsweise: Formal wird GECKO als Stabsstelle im Bundeskanzleramt angesiedelt. Neben den beiden operativen Leitern Katharina Reich (medizinischer Teil) und Generalmajor Rudolf Striedinger (Logistik) gibt es einen Geschäftsstellenleiter sowie Personal aus Verteidigungs- und Gesundheitsministerium. Den Job des Leiters übernimmt Roman Markhart (27), der bisherige stellvertretende Kabinettschef von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Striedinger, der nach wie vor als der nächste Generalstabschef gehandelt wird, hat mit ihm also einen ihm bereits bekannten Mitarbeiter.

Militär und Medizin

Markhart, studierter Betriebswirt, soll mit seinem Team "die Brücke zwischen Gesundheits- und Verteidigungsministerium sein und die operative Arbeit der Kommission organisieren", heißt es aus dem Bundeskanzleramt. Als Stabschef der Kommission wird Markhart auch die Abstimmung mit den Ländern und der Bundesregierung durchführen – eine Maßnahme, die angesichts des viel zitierten "Fleckerlteppichs" notwendig erscheint und politisch schon länger gefordert wurde.

Mit Katharina Reich als "Chief Medical Officer" kommt eine Expertin ins Leitungsteam, die bereits im Sommer für strengere Maßnahmen gestanden und die „Pandemie der Ungeimpften“ bezweifelt hatte. Das Verhältnis zwischen ihr und Striedinger soll ein gutes sein.

Das Herz des GECKOs – wenn man so will – bildet aber das Expertengremium.

Kurios: Mit Thomas Starlinger findet sich im Gremium der zweite Generalstabsoffizier, dem Ambitionen auf den Generalstabschef nachgesagt werden. Er wird vor allem die potenziellen langfristigen Entwicklungen der Lage im Auge behalten.

Vertreten sind im GECKO-Expertengremium auch Mitglieder anderer vorhandener Stellen wie der Ampelkommission oder des Prognosekonsortiums. "Ressourcen verzahnen", nennen das die Verantwortlichen. Auf diese Weise sollen Zweigleisigkeiten vermieden werden.

Lageanalyse

Das Expertengremium wird mindestens einmal pro Woche zusammenkommen, wenn es die Situation erfordert auch öfter. Die Spitze von GECKO stimmt sich täglich ab.

Die Fachleute sollen die jeweilige Lage analysieren und Handlungsempfehlungen für die Politik aussprechen. Die Entscheidungen werden aber weiterhin auf politischer Ebene getroffen, die Gesundheitsdaten wie bisher im Gesundheitsministerium gesammelt.

Kommunizieren wird GECKO aber aller Voraussicht nach über eine eigene Pressestelle.

Die GECKO-Spitze wird erstmals am Mittwoch beim geplanten Gipfel zwischen Bund, Ländern und Experten dabei sein. Beraten werden soll, wie es in den nächsten zwei bis drei Wochen weitergehen kann. Hauptthema wird dabei freilich sein, wie die Omikron-Variante einzuschätzen ist. Hier sollen am Mittwoch erstmals valide Daten vorliegen, auf deren Basis man das weitere Vorgehen abwägen will.

Auch wie sich die vorhergesagte rasante Ausbreitung der Omikron-Variante auf die kritische Infrastruktur in Österreich auswirken wird, soll besprochen werden.

Als fix gilt, dass die dritte Impfung am besten vor der Virus-Variante schützt. Beim Abwickeln der Impfung soll GECKO die Länder auch operativ unterstützen. Ebenso will sie eine Strategie gegen die Verbreitung von Fake News über die Impfung erarbeiten.

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