Niessl: Neue Version, Widersprüche um Zeugen

SPÖ-VORSTAND ZU REGIERUNGSEINIGUNG: NIESSL
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Niessl: Profil behauptet, er habe 10.000 Euro eingesteckt. Der Landeshauptmann will nun klagen

Der Landeshauptmann zur Affäre: "Lügengeschichte ist Rufmord auf Raten"

Jetzt steht also Aussage gegen Aussage: Nachdem der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl einen profil-Bericht als "Unwahrheit", sprich Lüge, bezeichnet hatte und dagegen mit allen rechtlichen Schritten vorgehen will (Kreditschädigungsklage, Beschwerde beim Presserat, etc.) ging das Magazin am Dienstag via profil-online in die Offensive.

Wie berichtet behauptet profil, Niessl habe Ende 2009/10 im Büro des Industriellen Manfred Swarovski (Swarco) ein Kuvert mit 10.000 Euro bekommen. Gestern beschrieb das Magazin Details: Demnach ist der Zeuge, der die Übergabe vor Gericht bezeugen will, an nämlichem Tag nicht nur im Büro dabei gewesen. Er will bei der Übergabe der 10.000 Euro auch eine zentrale Rolle gespielt haben. Die kolportierte Ausssage der "Quelle": "Swarovski hatte mich gebeten zur Bank zu gehen, um dort 10.000 Euro abzuholen. Anschließend bin ich zurück in die Zentrale. Niessl war bereits in Swarovskis Büro. Ich habe dem Landeshauptmann die Hand geschüttelt und das Kuvert überreicht."

Hans Niessl wies das am Dienstag im KURIER-Gespräch scharf zurück: "Das ist eine große Lügengeschichte und Rufmord auf Raten."

Niessl verwies auf "Widersprüche": "In der Printausgabe wurde behauptet, Swarovski habe das Geld übergeben. Jetzt behauptet der angebliche Zeuge, er selbst habe das Geld übergeben." Niessl ärgert, dass der Wirtschaftsstandort in Verruf gerät: "Es schadet dem Burgenland, wenn ein Unternehmer, der hier 200 Jobs geschaffen hat, in Misskredit gebracht wird."

Im Swarco-Konzern hegt man den Verdacht, der Zeuge sei ein ehemaliger Manager, der im Groll gegangen sei und nun auf Rache sinne; profil wollte das nicht kommentieren.

Ein Swarco-Sprecher bezeichnete die Darstellung des Magazin als "aus der Luft gegriffen", sieht für eine Klage vorerst aber keinen Anlass. "Vordergründig ist das eine Sache des Herrn Landeshauptmannes."

Das sieht auch Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl so. Der burgenländische ÖVP-Chef glaubt, "dass der Herr Landeshauptmann die Angelegenheit aufklären wird."

(kurier) Erstellt am
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