Im Zentrum der Affäre: Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl

© APA/HERBERT NEUBAUER

10.000 € im Kuvert
02/09/2014

Niessl: "Ich habe kein Geld genommen"

Landeshauptmann Niessl und Manfred Swarovski dementieren Bestechungsvorwürfe.

von Roland Pittner

Diese ganze profil-Story baut auf Unwahrheiten auf“, erklärt Landeshauptmann Hans Niessl im KURIER-Gespräch. Wie berichtet, wurde Niessl in einem Bericht des Magazins vorgeworfen, Ende 2009 Anfang 2010 ein Kuvert mit 10.000 Euro vom Industriellen Manfred Swarovski in der swarco Firmenzentrale in Wattens erhalten zu haben.

Das Magazin stützt sich dabei auf einen anonymen Informanten, der wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, unter Wahrheitspflicht aussagen werde.

Am Sonntag hat sich auch erstmals Manfred Swarovski zu den Anschuldigungen geäußert, der bisher im Ausland und nicht erreichbar war. Eine Sprecherin seiner Firma swarco teilte auf die profil-Anfrage, ob ein Kuvert mit 10.000 Euro Inhalt an Landeshauptmann Niessl übergeben wurde, mit: „Herr Swarovski beantwortet die von Ihnen gestellte Frage mit einem klaren und deutlichen NEIN und weist die in Ihrem profil-Online-Artikel erhobenen Mutmaßungen gegen ihn als völlig haltlos und aus der Luft gegriffen zurück.“

„Ich habe kein Geld und kein Kuvert angenommen, dass ist eine absurde Unterstellung“, sagt Niessl. Zum vermeintlichen Zeitpunkt der Übergabe sei er auch mit Sicherheit nicht in Tirol gewesen.

„Wir haben alle Terminkalender überprüft“, sagt Niessl. Auch die swarco-Terminkalender will er überprüfen lassen, so sie noch vorhanden sind.

Politische Aktion

Niessl sieht eine politisch motivierte Aktion hinter diesem Artikel. Denn für das Magazin sei es nur zuträglich gewesen, dass Swarovski vor dem Erscheinen des Artikels nicht erreichbar gewesen sei. „Eine anonyme Anzeige ist keine Kunst. Es ist eine schäbige Sache“, sagt Niessl, der auf jeden Fall Klage einreichen will. „Das bin ich den Burgenländern schuldig, dass dieser anonyme Zeuge vor Gericht aussagen muss“, erklärt Niessl. Am Montag werde es erste Gespräche mit einem Anwalt geben und außerdem soll eine Beschwerde beim Presserat eingereicht werden.

Der Landeshauptmann sieht den Wirtschaftsstandort Burgenland durch diese „Unwahrheiten“ geschädigt. „Ich werde auch weiterhin Firmenbesuche durchführen“, stellt Niessl fest. Die Leute würden das erwarten und daran ändere auch diese Anschuldigung nichts. Dieser „wirtschaftspolitische Anschlag wird mir nicht schaden“, meint Niessl. „Diese gezielte Aktion wird mir sehr helfen, viele Leute solidarisieren sich mit mir“, sagt der Landeschef.

Die Firma swarco ist seit dem Jahr 2000 im mittelburgenländischen Neutal angesiedelt. Manfred Swarovski hat von Niessl 2011 das Komturkreuz des Landes verliehen bekommen. Kontakt will Niessl keinen zu dem Industriellen aufnehmen, „das erledigt der Anwalt, es soll keine Absprachen geben“.

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