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Politik Inland
03/08/2021

Kurzarbeit benachteiligte Frauen zuletzt stärker

Mehr Frauen in Kurzarbeit, nach wie vor ungleiche Bezahlung: Welche Lösungen der Think Tank Agenda Austria vorschlägt.

von Michael Hammerl

Anfang Februar waren in Österreich knapp 500.000 Menschen auf Arbeitssuche und und 478.000 in Kurzarbeit beschäftigt.

Die Kurzarbeit sichert seit Pandemiebeginn Arbeitsplätze und verlängert zumindest das Überleben vieler Unternehmen. Eine Sonderauswertung des Arbeitsmarktservice (AMS) für den wirtschaftsliberalen Think Tank Agenda Austria zeigt, wie sich die Wirtschaftshilfe speziell auf Frauen auswirkt.

Reduzierte Arbeitszeit

Das Ergebnis: Von März bis September 2020 befanden sich mehr Männer als Frauen in Kurzarbeit. Von Oktober bis Dezember der Umschwung: Im November waren etwa 7,6 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 5,2 Prozent der Männer in Kurzarbeit. Zudem reduzierten Frauen ihre Arbeitszeit in Kurzarbeit vergleichsweise stärker – und zwar um 56, Männer nur um 50 Prozent.

„Verglichen mit anderen Staaten, wie den USA, haben wir viel abgefedert. Trotzdem gehört verhindert, dass Frauen nicht noch stärker durch eine mögliche Insolvenzwelle getroffen werden, die mit dem Ende der Wirtschaftshilfen droht“, sagt Heike Lehner, Ökonomin bei der Agenda Austria.

Die Kurzarbeit müsse „stufenweise und langsam“ auslaufen, neue Jobs geschaffen werden.

Während am Beginn der Pandemie eher Männer ihren Job verloren haben, trafen der ausfallende Wintertourismus und das Verbot körpernaher Dienstleister Frauen „ungleich stärker betroffen“.

Apropos Ungleichheit: Der nicht erklärbare Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern ist weiterhin Fakt. Während die Statistik Austria errechnete, dass Männer 2019 pro Stunde brutto um rund 19 Prozentpunkte besser verdient hätten als Frauen, kommt die Agenda Austria auf einen anderen Wert. Man habe die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen mit gleicher Qualifikation in gleichen Anstellungsverhältnissen verglichen, so Lehner. Daraus habe sich ergeben, dass der bereinigte „Gender Pay Gap“ bei 3,5 bis 11,2 Prozent liege – gestaffelt nach Einkommen.

Gender Pay Gap

Je höher das Einkommen, desto ungleicher werden Frauen in der Privatwirtschaft bezahlt. Leugnen lässt sich der Lohnunterschied so oder so nicht. Und da Frauen immer noch viel öfter in Karenz gehen als Männer, empfiehlt Lehner einen „flächendeckenden Ausbau“ von Kinderbetreuungsplätzen.

Schnell zu decken sei dieser Bedarf, indem der Staat private Betreuungsplätze mitfinanziere, so Lehner.

In Wien und Kärnten ist das über sogenannte Betreuungsgutscheine bereits möglich. Ein Vorzeigemodell für „mehr Wahlfreiheit“, meint die Ökonomin: „Das Geld sollte dem Kind folgen, egal, ob es in einen öffentlichen oder privaten Kindergarten geht.“

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