40 Finanzämter werden zu einem "Finanzamt Österreich"

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland

Kunden sollen nicht mehr ohne Voranmeldung ins Finanzamt

Niemand soll mehr ohne vorherige Anmeldung ins Finanzamt - Möglichst viele Anliegen sollen telefonisch abgefangen werden.

10/25/2019, 10:45 AM

Einen Pilotversuch startet die Finanzbehörde im Dezember im Finanzamt Judenburg-Liezen: Beamte an diesen beiden steirischen Standorten sind für Kunden nicht mehr direkt zugänglich. Anliegen sollen künftig über zentrale österreichweite Hotline oder nach Terminabsprache abgewickelt werden, berichtet die "Kleine Zeitung" (Freitagausgabe).

Während aus dem Finanzministerium verlautbart wird, es sei nichts konkret, beruft sich die Zeitung auf ein ihr vorliegendes Papier. Demnach teste das Ministerium in einem österreichweiten Pilotversuch mit vier Finanzämtern unterschiedliche Modelle betreffend den Umgang mit Kunden.

Während in die Ämter Baden-Mödling, Salzburg und Bregenz-Feldkirch zumindest noch teilweise Kunden ohne Termin kommen könnten, starte im Mur- und Ennstal ab Dezember der radikalste Versuch: An den Standorten Judenburg und Liezen - seit 2003 organisatorisch zusammengelegt - darf dem Bericht zufolge niemand mehr ohne vorherige Anmeldung ins Finanzamt. Kunden gelangten dann nur noch bis ins Foyer, wo Formulare aufliegen, die man selbst ausfüllt und in einen nebenstehenden Briefkasten wirft.

Ziel des Pilotprojekts sei es, die Anliegen möglichst vieler Kunden telefonisch zu erledigen. Dafür gebe es eine österreichweite Hotline. Man soll also auch nicht direkt im eigenen Finanzamt anrufen können, schreibt das Blatt zum Test für Judenburg-Liezen. Erst wenn es keine telefonische Lösung gibt, kann ein Termin mit einem Beamten vereinbart werden. Eine solche persönliche Vorsprache vereinbare man dann entweder über eine Internetseite oder telefonisch über eine zentrale Nummer für alle österreichischen Finanzämter. Der zuständige Beamte könne sich dann schon darauf vorbereiten.

Laut "Kleiner Zeitung" gibt es an den beiden betroffenen steirischen Ämtern derzeit noch das so genannte Infocenter, das am Donnerstagvormittag gut frequentiert gewesen sei. Unter den Mitarbeitern herrschten vor dem Pilot gemischte Gefühle: Wohlmeinende sagen, dass ohnedies das meiste telefonisch erledigt werden könne. Skeptiker sehen eine Sparmaßnahme und sich selber nur noch mehr am Telefon hängen.

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