Klimaschutz fünf Jahre nach dem Paris-Abkommen: "Es sieht nicht gut aus"

Klimaschutz fünf Jahre nach dem Paris-Abkommen: "Es sieht nicht gut aus"
Fünf Jahre nach dem Pariser Abkommen ziehen Experten Bilanz. Positiv sei nur, dass der Kampf gegen die Erderhitzung weltweit Thema geworden ist. Das Ziel rückt aber immer weiter weg

Der Abschluss der 21. Klimakonferenz der Vereinten Nationen gilt als politisches und diplomatisches Meisterwerk. Jahrelang hatten Diplomaten die zweiwöchigen Verhandlungen Anfang Dezember 2015 in der Pariser Vorstadt vorbereitet. Es galt vor allem, ein neuerliches Desaster wie bei der Klimakonferenz von Kopenhagen 2009 zu verhindern. Damals hatte die Konferenz kein Ergebnis und viel Wut und Frust gebracht.

Die Pariser Konferenz hingegen endete unter Jubel und mit langem Applaus, auch weil die Delegierten der 195 Signatarstaaten die letzten drei Nächte durchverhandelt hatten. Das wichtigste Ergebnis war im Grunde ein Satz: Die Erderwärmung solle „deutlich unter 2°C“ im Vergleich zum vorindustriellen Niveau gehalten werden, und „es sollen weitere Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen“. (Hier der ganze Vertrag in deutscher Übersetzung)

Das geschah im Wissen, dass der vom Menschen verursachte, globale Temperaturanstieg bereits 1°C beträgt, wie der Weltklimarat IPCC in zahlreichen Studien dargelegt hat. Und bei gleichbleibenden Emissionen würde eine Erderwärmung um 1,5°C „zwischen 2030 und 2052“ überschritten werden. (Hier der UNEP-Bericht dazu, leider nur auf englisch)

Was dennoch fehlte, war jede Art von Verbindlichkeit oder gar Sanktionsmöglichkeiten. „Es war einfach der kleinste gemeinsame Nenner“, erklärt der Wirtschaftsforscher Stefan Schleicher, der die UNO-Klimakonferenzen seit Jahrzehnten genau beobachtet. „Sobald es um Verbindlichkeiten geht, machen die USA nämlich als Erste nicht mehr mit.“

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