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© Kurier / Franz Gruber

KURIER-OGM-Umfrage
09/11/2021

Impfen entzweit Österreich: Fast jeder spürt "zunehmende Spannungen"

Laut brandneuer KURIER-OGM-Umfrage nehmen 80 Prozent steigende Spannungen ums Impfen wahr. Ungeimpfte lassen sich durch gutes Zureden nicht überzeugen.

von Daniela Kittner

Corona hat Menschenleben gekostet. Psychische und physische Schäden angerichtet. Freiheitsbeschränkungen gebracht und wirtschaftliche Verwüstungen verursacht.

Und jetzt droht der nächste Hammer. Corona, besser gesagt die Impfung gegen Corona, verhärtet die Gegensätze in der Gesellschaft. Satte 80 Prozent geben in der neuesten KURIER-OGM-Umfrage an, dass sie "zunehmende Spannungen" zwischen Impfgegnern und Impfbefürwortern wahrnehmen. Das ist noch lange nichts alles - hier sind die Details der Umfrage.

Aufschlussreich ist die Befragung von Ungeimpften. Satte drei von vier Ungeimpften geben an, dass sie sich sicher nicht impfen lassen wollen. Nur elf Prozent erklären sich als impfbereit, 13 Prozent geben sich unschlüssig.

Für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer ist damit klar, dass die Kanzler-Strategie, auf "Eigenverantwortung" zu setzen, nicht viel bringen kann. „Um die Impfquote zu erhöhen, werden stärkere Hebel notwendig sein als an die Eigenverantwortung zu appellieren oder auf die Wirkung von Motivationskampagnen zu hoffen“, sagt Bachmayer.

Zureden reicht nicht

Diese Einschätzung wird von den Antworten auf Fragen nach einer Impfpflicht gestützt: Die Impfpflicht spaltet Österreich: 44 Prozent sind dafür, 50 Prozent dagegen. Dieses Bild ändert sich auch dann nur unwesentlich, wenn von möglicher Überlastung der Spitäler, Lockdown und Konflikten in der Gesellschaft die Rede ist. Dann sind 46 Prozent für eine Impfpflicht und weiterhin 48 Prozent dagegen.

"Traurig"

Bei den Gefolgsleuten der Regierung ist eine Mehrheit für eine Impfpflicht, die Haltung bei den FP-Wählern scheint aber wenig verrückbar. Gegen eine Impfpflicht sind sogar Impfbefürworter, nämlich solche, die staatlichen Dirigismus ablehnen. Druck auf Ungeimpfte durch Benachteiligung (1 G oder 2G-Regeln) wird eher akzeptiert als eine gesetzliche Impfpflicht. Bachmayer: „Nur spürbare Nachteile für Ungeimpfte dürften etwas bewegen. Das ist traurig, aber mit Blick auf die Umfrage naheliegend.“

"Alarmierend"

Für einen alarmierenden Frühindikator hält Bachmayer die Aussagen, dass 80 Prozent der Befragten zunehmende Spannungen zur Frage impfen oder nicht impfen wahrnehmen. 28 Prozent nehmen "häufig" Spannungen zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern wahr, 52 Prozent "gelegentlich". Nur 16 Prozent nehmen "kaum oder nie" Spannungen wahr. Bachmayer: „Daraus können sich Konflikte entwickeln, die die Politik zu entschlossenerem Handeln zwingen.“

Übrigens: Trotz gegenteiliger Beteuerungen der Politik rechnet nach wie vor eine Mehrheit von 52 Prozent mit einem neuen Lockdown. Pikant: 41 Prozent wollen, dass der Lockdown dann auch für die Geimpften gilt. "Die, die das wollen, sind vor allem Impfgegner", sagt Bachmayer.

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