Uni Wien ist die am besten platzierte österreichische Uni

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Politik Inland
05/31/2021

Hochschulen wollen sich nach Corona neu erfinden

Studierende fordern ein schnelles Comeback, gleichzeitig muss sich die ÖH-Spitze neu bilden. Und auch die uniko blickt in die Zukunft

von Elisabeth Hofer

Wer in den letzten eineinhalb Jahren zu studieren begonnen hat, der hat die Uni mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit noch nie von innen gesehen. Der hat nie in einem Hörsaal Platz genommen, war nie in der Mensa oder auf der Bibliothek. Studieren, das heißt seit mindestens drei Semestern, zu Hause vor dem Laptop zu sitzen.

Das kann so nicht unendlich weitergehen, sagen die Studierendenvertreter. Im Vorfeld der Wahl zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) zeigten sich die Spitzenkandidatinnen quer durch die Fraktionen unzufrieden mit der Corona-Performance der Regierung im Hinblick auf den Hochschulsektor. Vor allem in Sachen Öffnungen: „Wir wollen nicht die Letzten sein“, hatte ÖH-Vorsitzende Sabine Hanger von der bürgerlichen AktionsGemeinschaft (AG) im ORF erklärt. Wie es derzeit aussieht, dürften die Unis aber genau das sein – die Letzten.

Wenn es um die Zukunft der Hochschulen in Österreich geht, brauche es zunächst einen Comeback-Plan nach Corona, fordert etwa Sophie Wotschke von den liberalen Junos. „Jeder zweite Studierende ist vereinsamt, es braucht Perspektiven“, erklärt sie im Gespräch mit dem KURIER. Kurse sollten im kleinen Rahmen und mit Testungen baldigst wieder vor Ort angeboten werden. Die ÖH müsse sich dafür starkmachen, fordert sie.

Dazu muss sich allerdings zuerst einmal eine neue ÖH-Spitze bilden. Nach der Wahl, die am 20. Mai endete, wird am 18. Juni in der konstituierenden Sitzung des österreichweiten Studentenparlaments der neue ÖH-Vorsitz gewählt. Nachdem vergangene Woche Sondierungsgespräche stattfanden, starten diese Woche Koalitionsverhandlungen.

Dabei werden aller Voraussicht nach parallel verschiedene Konstellationen verhandelt. Als sehr wahrscheinlich gilt eine linke Koalition, bestehend aus dem Verband Sozialistischer Studierender (VSStÖ), Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und entweder Fachschaftslisten (FLÖ) oder Kommunisten (KSV-LiLi).

Anforderungen abstecken

Während man auf Studierendenseite momentan noch vor allem mit sich selbst beschäftigt ist, hat die Universitätenkonferenz (uniko) ihren Konsultationsprozess zur Hochschule von Morgen abgeschlossen und die Ergebnisse publiziert. Zweieinhalb Monate lang waren verschiedene Akteure und Stakeholder des Hochschulraumes eingeladen, online zu diskutieren.

Die uniko habe grundlegende, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen abstecken wollen, „um die Anforderungen an den künftigen Hochschulraum besser abschätzen zu können“, schreibt uniko-Präsidentin Sabine Seidler in ihrem Vorwort. Zweifellos würden sich jetzt schon Trends abzeichnen, die die Gesellschaft nachhaltig verändern und aktive Kursänderungen der Politik erfordern werden. Dazu würde allem voran der Klimawandel gehören, aber auch Digitalisierung und Globalisierung.

Wie die herausgegebene Broschüre zeigt, beschäftigten die Teilnehmer des Konsultationsprozesses viele – teils sehr unterschiedliche – Themen. Darunter etwa die Frage nach der Notwendigkeit modularer Curricula, wie Studierende am besten für den Arbeitsmarkt der Zukunft gerüstet werden sollen oder wie demokratische Strukturen gewahrt werden können.

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