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Politik Inland
11/20/2021

Haimbuchner lässt sich impfen: "Will in Zukunft geschützt sein"

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner möchte die angekündigte Impfpflicht bekämpfen. Zum eigenen Gesundheitsschutz will er sich dennoch impfen lassen.

Wie die Kronen-Zeitung berichtet, will sich Manfred Haimbuchner (FPÖ) impfen lassen, wenn nicht mehr genügend Antikörper vorhanden seien. „Ich weiß, wie sich ein schwerer Verlauf anfühlt, und ich will in Zukunft dagegen geschützt sein“, sagte Haimbuchner. „Bis jetzt bin ich das, durch eine sehr hohe Zahl von Antikörpern. Bevor das nicht mehr ausreichend gegeben ist, ist eine Impfung der richtige Weg.“ Der FPÖ-Chef ist Anfang des Jahres schwer an Corona erkrankt und lag einige Tage beatmet auf der Intensivstation. 

Impfung nicht "Gamechanger"

Abseits von seinem persönlichen Krankheitsverlauf, kritisiert der FPÖ-OÖ-Chef die angekündigte Impfpflicht der Bundesregierung. „Die Impfung ist ganz offensichtlich nicht der viel zitierte Gamechanger in der Viruseindämmung, sehr wohl aber schützt sie individuell weitreichend vor schweren Verläufen, wenn ich die Zahlen der Hospitalisierten von heute, mit denen von vor einem Jahr vergleiche.“

Gegen Impfpflicht

Seine gespaltene Haltung hindert den 43-Jährigen nicht daran, die geplante allgemeine Impfpflicht „mit allen juristischen Mitteln zu bekämpfen“. Denn eine Impflicht würde die Abwehrhaltung mancher Menschen nur noch verstärken, so Haimbuchner. „Zudem stellt sich die Frage, wie man die verfassungsmäßig vorgesehene Notwendigkeit einer solchen Maßnahme rechtfertigt. Ich warne nochmals davor, hektisch Maßnahmen vom Zaun zu brechen, deren gesundheitspolitische Sinnhaftigkeit fragwürdig und deren gesellschaftspolitische Schädlichkeit enorm sind.“

In einer Presseaussendung wählte er die Worte „Willkür“ und „Machtmissbrauch“. Weiter: „Ich bin nicht bereit, dieses Versagen (bei der bisherigen Pandemiebekämpfung, Anm.) in irgendeiner Art und Weise politisch zu decken, und die FPÖ wird sich daher in keinem parlamentarischen oder exekutiven Gremium, in dem sie vertreten ist, einer Mittäterschaft bei der Verhängung einer Impfpflicht schuldig machen.“ Vor der Landtagswahl hatte er jedoch angekündigt, sich nicht gegen eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal querzulegen.

Keine Testpflicht?

Der Lockdown überrascht den FPÖ-Politiker aufgrund „des Versagens der Bundesregierung“ nicht. Im Vorfeld hat Haimbuchner eine Testpflicht für alle, auch für Geimpfte, gefordert. Das kommentiert er nun so: „Eine, wie wir jetzt wissen, sinnvolle Testpflicht für alle, auch für Geimpfte, ist nicht möglich, weil die Bundesregierung das Märchen, dass für Geimpfte die Pandemie vorbei ist, unbedingt aufrechterhalten will", heißt es.

Haimbuchner schlägt auch vor, dass Hausärzte alle erforderlichen Medikamente gegen Covid-19 mitnehmen dürfen, wenn sie infizierte Personen zu Hause betreuen. So soll das Risiko aus den Apotheken gehalten werden. „Man muss sich das vorstellen. Man liegt mit Corona zu Hause, kriegt beim Hausbesuch des Arztes ein Medikament verschrieben und dann darf ich es als Alleinstehender selbst sowieso nicht holen oder ich schicke eine geimpfte, aber potenziell dennoch infizierte Person in die Apotheke."

Kritik

Abschließend äußert sich Haimbuchner zu den aktuellen Ereignissen: „Das aktuelle Szenario erinnert mich an einen Zug, für den, bereits seit er losgefahren ist, jede Weiche falsch gestellt wurde, und wir uns nun überlegen, was bei Weiche sieben zu tun ist. Der Zug ist schlicht so weit vom Hauptgleis abgekommen, dass es Zeit braucht, um ihn sukzessive auf die richtige Spur zurückzuführen, und kein hektisches Herumreißen an irgendwelchen Weichen durch Bahnhofsvorstand Schallenberg oder Fahrdienstleiter Mückstein.“

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