APA11465806 - 14022013 - TULLN - ÖSTERREICH: Team Stronach startete offiziell in den Wahlkampf am Donnerstag, 14. Februar 2013, in Tulln. Im Bild: Frank Stronach.. APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER

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Frank Stronach
02/24/2013

Ein 80-Jähriger gibt den Quereinsteiger

Ein Senkrechtstart in den Landtag scheint für den Milliardär programmiert.

von Martin Bernert

Beim Basiswissen über Niederösterreich hat Frank Stronach noch Luft nach oben: In einem ORF-Interview beantwortete er die Frage, wie viele NÖ-Gemeinden es gibt, mit „ich glaube, wir haben etwa 50“ – tatsächlich sind es 573 Kommunen. Die Wähler scheinen dem 80-jährigen Milliardär solche Schnitzer nicht übel zu nehmen – alle Umfragen prognostizieren seinem „Team Stronach“ den Einzug in den Landtag, und somit das Erreichen des Wahlziels: „Jedes zusätzliche Mandat vermehrt unseren Erfolg“, sagt Sprecher Walter Rettenmoser.

„Wahrheit – Transparenz – Fairness“ steht auf Stronachs Plakaten. Rettenmoser präzisiert: „Entscheidungen müssen nachvollziehbar werden, nicht wie bei der Hypo.“ Das Team Stronach schlägt vor, die umstrittene Veranlagung der Wohnbau-Gelder aufzulösen und mit den frei werdenden Milliarden u. a. die Qualifizierung von NÖ-Arbeitnehmern zu finanzieren.

Vor allem an der Verkehrspolitik des Landes lässt der Stronach-Sprecher kein gutes Haar – heißt doch der Verkehrsreferent Erwin Pröll: „Es fehlen 35.000 Park-&-Ride-Plätze; und Pröll will bis 2015 gerade einmal 3500 bauen. Dazu hat er angekündigt, die Intervalle der Badner Bahn auf 7,5 Minuten zu verkürzen – aber erst 2021. Das zeigt die Hilflosigkeit des Landes.“

„Schmähtandler“

Noch schärfer geht Stronach selbst mit Pröll ins Gericht. Bei seinem Wahlkampf-Auftakt in Tulln erklärte Stronach den Landeshauptmann wenig schmeichelhaft zum „Schmähtandler“ und „Schuldenkaiser“: Pröll habe das Land zurückgeworfen und sei für mehr Schulden und Arbeitslose verantwortlich.

Im Landtag werden sich Pröll und Stronach nicht duellieren: Der Austro-Kanadier (Berufsbezeichnung: Werkzeugmacher) ist zwar Spitzenkandidat, hat aber angekündigt, sein Mandat nicht anzunehmen. Gute Chancen auf den Einzug in den Landtag haben dafür Ernest Gabmann junior, der Sohn des gleichnamigen langjährigen ÖVP-Politikers und die Wirtin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger.

Um die Aufmerksamkeit der Wähler buhlt das Team Stronach mit 800 fixen und 400 mobilen Plakaten; dazu tritt Frank Stronach noch morgen, Montag, in Petzenkirchen bei Wieselburg und am Freitag in St. Pölten auf.

Team Stronach