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Politik Inland
12/02/2021

Vizekanzler erfuhr erst aus den Medien von Kurz Rücktritt

Nur ein kleiner Kreis war über Kurz' Rückzugsplan informiert, gemunkelt wurde aber schon länger, dass Kurz gehen will. Ein Blick hinter die Kulissen.

von Raffaela Lindorfer

Am 27. November wurde Sebastian Kurz Vater eines Sohnes. Und plötzlich wurde es still um den ehemaligen Kanzler. An sich nicht weiter ungewöhnlich, erzählt man im Bundeskanzleramt und bei den Grünen. 

Wären da nicht schon in den Wochen zuvor Gerüchte kursiert, Kurz könnte sich nach der Geburt seines Sohnes ganz zurückziehen. Und so geschah es nun auch: Heute um 11.30 Uhr gab Kurz seinen kompletten Rückzug aus der Politik bekannt. 

Erfahren habe man davon um 9.15 Uhr durch eine Eilt-Meldung von krone.at, heißt es von mehreren Mitarbeitern und Abgeordneten bei ÖVP und Grünen.

Bei den ÖVP-Landeshauptleuten hat Kurz in der Früh bereits durchtelefoniert und sie informiert. 

Vizekanzler Werner Kogler hat es erst heute in der Früh aus den Medien erfahren. Das Verhältnis Kurz-Kogler ist seit Oktober, als die Grünen Kurz zum Rücktritt als Kanzler zwangen, bekanntlich nicht mehr das beste. 

Auch die Information, dass Karl Nehammer als ÖVP-Chef und Kanzler nachrücken könnte, haben die Grünen als Juniorpartner in der Koalition bisher nur von Journalisten gehört, heißt es in seinem Umfeld. Als erstes Medium hatte darüber kurier.at berichtet.

Involviert in die Entscheidung, sich zurückzuziehen, waren nur die engsten Vertrauten von Sebastian Kurz - zu diesem Kreis gehören Stefan Steiner, der als Berater in der Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse tätig ist, und Gerald Fleischmann, früherer Medienbeauftragter im Kanzleramt und seit 1. November Referent im ÖVP-Klub. 

Kurz ist seit seinem Rücktritt als Kanzler Anfang Oktober Klubchef, die operativen Geschäfte lagen zuletzt aber weiterhin bei August Wöginger, der zuvor Klubchef war. Wirkliches Interesse an der parlamentarischen Tätigkeit sagte man Kurz nie nach. 

Respekt für "persönliche Entscheidung"

Im Grünen-Klub zollt man Kurz für seine Entscheidung, sich zurückzuziehen, Respekt. Dass dies eine "persönliche Entscheidung" war und mit seiner neuen Rolle als Vater zusammenhängt, glaubt man ihm. Aus jetziger Sicht zumindest. 

Gemunkelt wird nämlich auch, dass es bei den Ermittlungen gegen Kurz (wegen Falschaussage im U-Ausschuss und in der Inseraten-Affäre) Neuigkeiten gibt und Kurz lieber gleich aus der politischen Schusslinie geht. 

Der Artikel wird laufend ergänzt. 

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