Parteimitglied Kathrin Nachbaur sitzt am Donnerstag (27.09.12) in der Orangerie im Schloss Schoenbrunn in Wien waehrend der Pressekonferenz "Frank Stronach - Neue Werte fuer Oesterreich" auf dem Podium. Frank Stronach stellte am Donnerstag seine neue Partei „Team Stronach fuer Oesterreich“ vor. Ein Parteiprogramm soll bis Anfang April gemeinsam mit einem unpolitischen Weisenrat erarbeitet werden. Foto: Lilli Strauss/dapd

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Hickhack
03/28/2013

Das Team Stronach versinkt in Tirol endgültig im Chaos

Nach Streitereien um Posten in Niederösterreich, regiert nun auch in Tirol interner Zwist.

von Christian Willim

Fernbeziehungen können problematisch sein. Dass das nicht nur für die Liebe, sondern auch für die Politik gilt, muss Frank Stronach gerade feststellen. Während der Parteigründer in Kanada weilt, steht seine Mannschaft in Tirol vor der Selbstzerfleischung. Und das rund vier Wochen vor der Landtagswahl am 28. April.

Bis Donnerstag, 17 Uhr, müssen die Kandidatenlisten aller Parteien bei der Wahlbehörde eingelangt sein. Das Team Stronach hat schon abgegeben. Allerdings zu viele Listen.W alter Rettenmoser von der Bundesgeschäftsstelle bestätigte einen Bericht der Tiroler Tageszeitung, wonach Landesgeschäftsführer Hans-Peter Mayr am Montag einen Wahlvorschlag eingereicht hat. Der sei dazu jedoch gar nicht bevollmächtigt. „Wir haben am Dienstag eine eigene Kandidatenliste abgegeben“, so Rettenmoser.

Hoffen auf Frank

Walter Jenewein, der designierte Spitzenkandidat für Tirol, scheint auf keinem der beiden Wahlvorschläge auf. Er wurde laut einem Schreiben, das dem KURIER vorliegt (siehe Bild), von Frank Stronachs rechter Hand Kathrin Nachbaur abgesetzt. Jenewein wollte das nicht zur Kenntnis nehmen. „Man kann mich nicht einfach mit einem Zettel ablösen. Ich bin einstimmig gewählter Parteiobmann“, sagt der Tischlereibesitzer. Er bastelte am Mittwoch an einem Kompromiss mit Mayr für eine gemeinsame Liste und war überzeugt: „Frank steht hinter mir.“

Rettenmoser fährt indes rechtliche Geschütze auf. „Unsere Liste ist die einzige, die autorisiert ist, unter dem Namen Frank Stronachs anzutreten. Jeder, der seinen Namen missbräuchlich verwendet, wird geklagt.“ Das Zerwürfnis mit Jenewein habe mehrere Gründe: „Sein wichtigstes Anliegen waren die Agrargemeinschaften, zu denen es eine besondere Nähe gibt.“ Eine Naheverhältnis bestehe zudem zur ÖVP.

Jenewein sieht hingegen eine Gruppe um Alois Wechselberger für das Hickhack verantwortlich. Der war bis vor wenigen Wochen Koordinator des Team Stronach für Tirol und musste zurücktreten, nachdem ihm Verbindungen zu einem rechten Hetz-Blog vorgeworfen wurden. Auf der von Nachbaur unterstützten Liste taucht an dritter Stelle mit Hans Moser ein alter Weggefährte von Wechselberger auf.

Welche Liste denn nun die offizielle ist, wird wohl die Landesbehörde entscheiden müssen. Von dort heißt es, dass ein derartiger Fall nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt ist. Noch könnten Listen aber auch wieder zurückgezogen werden.

Salzburger Team steht

Mit weniger Chaos war die Kandidatenfindung in Salzburg verbunden. Dort wurde am Mitwoch Ex-ÖVP-Politiker Hans Mayr als Spitzenkandidat des Team Stronach präsentiert. Auf Platz zwei hinter dem Bürgermeister von Goldegg kandidiert Ex-Nationalteam-Torhüter Otto Konrad.

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