File photo of Austrian businessmen and billionaire Frank Stronach listening to journalists questions during a news conference in Vienna September 27, 2012. The eurosceptic billionaire whose success in Austrian politics is sapping support from the far-right Freedom Party rejected comparisons to its late longtime leader Joerg Haider and said in an interview published March 10, 2013, by the Oesterreich newspaper, he would not be content with third place in national elections. Frank Stronach's party - Team Stronach - won a 10th of the vote in two state elections on March 3, months after he founded it, tapping into the roughly one third of voters who oppose bailouts of euro zone laggards such as Greece and Ireland. REUTERS/Leonhard Foeger/Files (AUSTRIA - Tags: POLITICS HEADSHOT) - RTR38HEA

© Reuters/LEONHARD FOEGER

Hintermänner
03/27/2013

Ex-Blau-Orange sorgen für Wirbel im Team Stronach

Ex-Haider-Vertraute kehren als Franks Wahlkampf-Helfer wieder. Auch ein Ex-FP-Minister packte mit an.

von Matthias Hofer

Das Team Stronach ist [...] kein Revival der Haider-FPÖ, das schminkts Euch bitte einfach ab. Den Weg den die Haider-FPÖ und das BZÖ gegangen sind, kennen wir. Das wird nicht unser Weg sein.“

Autor dieser Zeilen (an die designierte nö. Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, Anm.) ist Rudi Fußi. Seine Sorge um „unsere Gruppe“ (© Fußi) passt so gar nicht zur Feststellung des aus dem SPÖ-Umfeld stammenden Werbers, „nur Agentur“ für Stronach zu sein. Ein internes Schreiben belegt nun, dass Fußi in NÖ als Wahlkampf-Manager im Einsatz war, der für mangelnde Planung gerüffelt wurde – und sich wehrte.

Fußi brachte einen Umstand zur Sprache, der für Stronach noch zum Problem werden könnte. Sein Team ist durchzogen von alten blau-orangen Seilschaften. Und so ziehen ehemalige Vertaute Jörg Haiders im Hintergrund die Fäden. Armin Kordesch und Helmut Prasch – Kärntner FPÖ-Größen der 90er-Jahre, heute als Agentur-Chefs in enger Geschäftsbeziehung mit der FPK – waren Geburtshelfer für Stronachs Kandidatur in Niederösterreich. Dass sie als „erfahrene Mitstreiter [...] von denen wir wahnsinnig viel lernen können“ bezeichnet wurden, stieß Fußi sauer auf.

Aber auch in höheren Organisationsebenen werken ehemalige Blaue und Orange. Stefan Wehinger – einst durch Verkehrsminister Hubert Gorbach in den ÖBB-Vorstand gekommener Ex-Westbahn-Chef – ist „General Manager der Organisation“.

Der blaue Kurzzeit-Justizminister Michael Krüger (trat im Jahr 2000 nach nur 25 Tagen im Amt mit Burn-Out zurück, Anm.) ist Stronachs Anwalt. Dem KURIER bestätigte er außerdem, an den Parteistatuten mitgearbeitet zu haben. Team-Insider berichten, dass Krüger in NÖ „mit übertriebener Vehemenz“ eingegriffen habe, um Stronachs Entscheidungen durchzuboxen. Krüger selbst sagt: „Wenn es um die Klärung von Rechtsfragen geht, werde ich beigezogen. Aber ich bin keine Schlichtungsstelle.“

In NÖ gebe es viel zu schlichten. An der Basis wird ob der blauen Firewall um Stronach gemurrt. Die Bezirke sind außerdem mit seinem Wunsch-Kandidaten für den Landtagsklubchef unzufrieden. Jetzt wird auch um das fünfte Mandat gestritten: Dem Vernehmen nach will die Bundespartei den Vösendorfer Gerald Zelina im Landtag sehen. Er wäre der dritte Team-Abgeordente aus dem Bezirk Mödling. Landesobmann Ernest Gabmann präferiert daher einen Mandatar aus einem „Randbezirk“.

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