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Politik Inland
06/13/2020

Aschbachers Baby-Hunderter: Familie aus steirischer ÖVP-Connection

Schützenhöfer war auf Hochzeit des Paares. Ministerium geht auf Spekulationen nicht ein.

Die Familienministerin, wie sie einem Baby per Zange einen Hundert-Euro-Schein überreicht: Mit diesem Foto in der Kronen Zeitung tat sich Christine Aschbacher wahrlich keinen Gefallen: In den sozialen Medien gab es Kritik, Häme und Gelächter.

Aschbacher erklärte dazu, es sei eine spontane Szene einer Auszahlung aus dem neuen Familien-Härtefonds gewesen. Das Baby habe nach dem Geld gegriffen. Und zufällig war offenbar ein Fotograf zugegegen, der die Szene festhielt und der Krone übermittelte.

Dass das wohl eher eine missglückte PR-Aktion war, gab keiner der Verantwortlichen zu. Aschbacher meinte nur: "Ich habe wahrgenommen, dass einigen das Bild nicht gefallen hat und Geschmäcker sind verschieden."

Der Standard ist den Hintergründen nachgegangen und hat eine "frappierende Nähe zur ÖVP" bei der Familie entdeckt.

Auf der Hochzeit des Paares sei der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhofer eingeladen gewesen, auf einem Foto stehe er unmittelbar neben dem Paar. Aschbacher stammt auch aus der Steiermark.

Die Mutter des Babys sei laut einem Online-Berufsprofil parlamentarische Mitarbeiterin bei der ÖVP-Abgeordneten Maria Rauch-Kallat, vormalige Frauenministerin, gewesen, schreibt der Standard.

Der Vater sei im Bereich Eventmanagement und Consulting tätig und habe kürzlich eine Funktionärskonferenz des ÖVP-Wirtschaftsbundes organisiert.

Auf Facebook seien Mutter und Vater mit dem stellvertretenden Kabinettschef und Pressesprecher von Familienministerin Aschbacher befreundet.

Ministerium: "Der Rest ist Spekulation"

Ein Zufall also? Im Ministerium geht man auf Standard-Nachfrage nicht auf die Hintergründe ein. Es handle sich lediglich um eine Familie, die aus dem Härtefonds Geld bezogen habe. Der Rest sei Spekulation. Zudem wird im Ministerium nicht bestätigt, dass die Personen auf dem Foto die oben beschriebenen Personen sind.

Finanzielle Mittel aus dem Härtefonds dürfen übrigens nur durch einmalige Überweisung übermittelt werden. Das Foto, auf dem Ministerin Aschbacher das Geld händisch verteilt, sei "symbolisch gemeint", sagt ihr Sprecher.

Die Neos verurteilen die Inszenierung scharf: "Während Tausende durch Corona in akute Not geratene Familien weiterhin von der Bundesregierung schmerzhaft im Stich gelassen werden und ebenso verzweifelt wie vergeblich auf Hilfe aus dem Familienhärtefonds warten, eilt die ÖVP-Ministerin höchstpersönlich zu Hilfe, wenn es um ihre Parteifreunde geht. Das ist eine unerträgliche Freunderlwirtschaft und ein Hohn für alle verzweifelten Familien, die oft gerade entscheiden müssen, ob sie ihre Miete bezahlen oder Essen kaufen!", erklärt Neos-Abgeordneter Michael Bernhard im Standard.

 

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