© KAICIID Dialogue Center/n.a.

Politik Inland
10/20/2020

Abdullah-Zentrum sendet Signal an Regierung

Das umstrittene Zentrum kooperiert – wie von der Regierung gefordert – eng mit den Vereinten Nationen.

von Michael Hammerl

Dass das König-Abdullah-Zentrum (KAICIID) Wien verlässt, ist grundsätzlich beschlossene Sache. Zumindest intern: Wie der KURIER berichtete, fiel die Entscheidung im Frühsommer bei einem Treffen der Direktoren und Vertretern der Mitgliedstaaten Saudi-Arabien, Österreich und Spanien. Eine offizielle Bestätigung fehlt bisher, Verhandlungen mit möglichen neuen Standorten verzögern sich wohl auch pandemiebedingt.

Durchaus überraschend: Das umstrittene Zentrum für interreligiösen Dialog ist weiterhin in Österreich aktiv. In den vergangenen Tagen organisierte es mit der UNO-Initiative UNAOC ein virtuelles "interreligiöses G20-Forum".

Veranstaltung mit Signalwirkung

Dieses fand im Vorfeld des G20-Gipfels statt, der im November im saudi-arabischen Riad über die Bühne geht. Eigentlich hätte auch das interreligiöse Stelldichein in Riad stattfinden sollen, worauf coronabedingt aber verzichtet wurde.

Vertreter unterschiedlicher Weltreligionen und der Vereinten Nationen haben am Forum teilgenommen, unter ihnen auch der Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister. Das KAICIID berichtete von 2.000 Teilnehmern aus 90 Nationen.

Beim Forum seien Themen wie die Corona-Pandemie, der Klimawandel und soziale Ungleichheit diskutiert worden. Obwohl die Zeichen auf Abschied stehen, kommuniziert das Zentrum seine Aktivitäten nach wie vor sehr aktiv – auch in seinem Sitzstaat, Österreich.

Möglicher Ausstieg

Im türkis-grünen Regierungsprogramm wird eine nähere Anbindung des von Saudi-Arabien finanzierten KAICIID an die Vereinten Nationen gefordert. Zudem soll das Zentrum seine Mitgliederbasis erweitern – hier sind Verhandlungen mit weiteren möglichen Mitgliedstaaten weit fortgeschritten, wie auch das Zentrum selbst bestätigt. Werden diese beiden Forderungen nicht umgesetzt, soll Österreich bis Jahresende aus dem Zentrum aussteigen.

Ein Ausstieg war bereits Mitte 2019 per Entschließungsantrag im Parlament beschlossen worden. Allerdings gestaltete sich der Ausstiegsprozess aus dem internationalen Abkommen schwierig. Er wurde  bisher nicht umgesetzt.

Macht die Kooperation mit den Vereinten Nationen  einen Verbleib des KAICIID in Wien realistischer? Das Außenministerium antwortete dem KURIER: "Maßgeblich sind die im Regierungsprogramm festgelegten Elemente für eine Reform des KAICIID. Eine stärkere Anbindung des Zentrums an die Vereinten Nationen ist eines davon."

Ob das G20-Forum positiv dazu beiträgt, wurde nicht im Detail erörtert. "Österreich ist nicht Mitglied der G20, selbstverständlich bleibt der Dialog zwischen Religionen und Kulturen aber für uns weiterhin wesentlich", heißt es von Seiten des Außenministeriums.

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