Westukraine: Der Krieg weit weg, der Winter nah

Westukraine: Der Krieg weit weg, der Winter nah
Trotz russischer Bombardements der ukrainischen Energieinfrastruktur ist von Panik nicht viel zu sehen.

„Sie waren Brüder“, sagt der alte Mann. „Donbass. Sie traten auf eine Miene. Puff!“ – seine Hände imitieren eine Explosion, sein Blick wird starr, richtet sich auf die Porträts zweier ukrainischer Soldaten. Sie zählen zu den 19 Gefallenen des Ortes Nemyriw – 350 Kilometer nordwestlich der Front in Cherson –, für die die Gemeinde Gedenktafeln vor der Kirche aufgestellt hat. Über jedem der Porträts weht eine ukrainische Flagge, Angehörige haben Blumen aufgesteckt. Der Mann bekreuzigt sich, geht in Trauer versunken weiter. Wenige Meter weiter ist Markttag. Händler preisen Fische aus dem nahe gelegenen See an, eine Gruppe Straßenmusiker spielt auf. Kinder spielen Fangen, Frauen lachen – in diesem Moment zeugt in Nemyriw nur das Fehlen junger und mittelalter Männer vom Krieg.

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