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Politik Ausland
03/17/2021

USA schmieden an Allianz gegen China

Ihre erste Reise führt die US-Minister Lloyd Austin und Anthony Blinken nach Asien, dort, wo der geopolitische Fokus Washingtons ruht. Hürden gibt es viele – und auch Altlasten.

von Armin Arbeiter

Wenn Antony Blinken und Lloyd Austin heute, Mittwoch, in Seoul landen, betreten sie heikleres Terrain als noch am Dienstag. Die beiden US-Minister – Blinken für Äußeres, Austin für Verteidigung – waren aufgebrochen, um „ihre asiatischen Allianzen zu revitalisieren“. Ganz nach dem alten chinesischen Sprichwort: „Ein Stäbchen wird leicht gebrochen, zehn Stäbchen sind hart wie Stahl.“

Der erste Stopp in Japan hatte eine Revitalisierung nicht zwingend nötig – die Regierung in Tokio hatte auch zu Donald Trump kein schlechtes Verhältnis gepflegt. Um US-Beistand war man natürlich auch am Dienstag froh: „Wir werden uns notfalls zur Wehr setzen, falls China Nötigung und Aggression einsetzt, um seinen Willen zu bekommen“, sagte Blinken beim Treffen mit seinem Amtskollegen.

Strategische Priorität

Dass die erste Reise von Bidens Kabinett auf Ministerebene nach Asien geht, zeigt die große Bedeutung dieser Region. In Chinas Botschaften mischt sich immer mehr Waffengeklirr – vor allem in Richtung Taiwan, das strategisch wichtige Südchinesische Meer ist hart umstritten. China hat sich von der Corona-Krise am schnellsten erholt, durch künstlich aufgeschüttete Inseln Fliegerbasen an wichtigen Positionen errichtet.

Doch das sind lange nicht die einzigen Gründe, warum Blinken und Austin in Seoul vor größeren Herausforderungen stehen: Zwischen Südkorea und Japan – beide wichtige US-Verbündete – herrscht seit Jahren eine angespannte Stimmung. Südkorea fordert von Japan Reparationszahlungen: Fast acht Millionen Koreaner sollen von Japan im Zweiten Weltkrieg als Zwangsarbeiter oder Prostituierte ausgebeutet worden sein. Eine Forderung, die in Tokio auf Ablehnung stößt.

Blinken, der zu Beginn der Reise beschworen hatte, die Beziehungen seiner Partner untereinander zu stärken, wird dieses Thema zur Sprache bringen müssen, soll seine Mission erfolgreich sein.

Neben China, das von Präsident Biden als die größte Bedrohung angesehen wird, pocht Nordkorea auf Aufmerksamkeit: „Falls die US-Regierung in den nächsten vier Jahren in Frieden schlafen will, hätte sie besser davon abgesehen, als ersten Schritt Stunk zu machen“, tönte Kim Yo-jong, Schwester des Machthabers Kim Jong-un, in Richtung USA. Grund dafür ist eine seit Tagen gemeinsam abgehaltene Militärübung der USA und Südkoreas.

Von den surreal-freundlichen Gesten zwischen Donald Trump und Kim Jong-un vor fast drei Jahren in Singapur ist nichts mehr zu spüren. Auch hier scheint die Biden-Administration Anleihen an einem chinesischen Sprichwort zu nehmen: „Der Dumme lernt aus seinen Fehlern, der Kluge aus den Fehlern der anderen.“

Treffen mit China

Und so forderte Blinken lediglich eine „Denuklearisierung“ des Landes, ging auf die scharfen Töne aus Pjöngjang nicht ein. Das dürfte er sich für sein chinesisches Pendant, Außenminister Wang Yi aufsparen, den er am Donnerstag in Alaska trifft. Ob er allerdings ohne tadelnde Worte auskommen wird, ist fraglich. Denn in der Causa China wandelt Joe Biden in den Fußstapfen seines Vorgängers.

Austin reist weiter nach Indien, einen der schärfsten Konkurrenten Chinas. Denn auch im Indischen Ozean drohen einige chinesische Militärhafen zu entstehen, womit die „Neue Seidenstraße“ an allen Grenzen des indischen Subkontinents verliefe.

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