Nun wartet Trump auf Hillary Clinton.

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Super Tuesday
03/02/2016

Nur Hillary Clinton kann Donald Trump noch stoppen

Outsider Donald Trump fegte seine republikanischen Gegner aus dem Rennen. Sein Angriffsziel im Kampf um das Weiße Haus ist nun Hillary Clinton.

von Ingrid Steiner-Gashi

Ohrenbetäubender Jubel erhebt sich jedes Mal, wenn ein neues Vorwahlergebnis hereinkommt: Georgia, Virginia, Alabama, Tennessee, Texas ... Es gab viel zu feiern, bei der Super-Tuesday-Party der Demokraten im texanischen Houston. "Hillary hat es geschafft", strahlt Kalyn, eine junge Anhängerin der demokratischen Präsidentschaftskandidatin über den Wahlerfolg der ehemaligen Außenministerin. Nach einem beachtlichen, wenn auch nicht überragenden Sieg über ihren parteiinternen Konkurrenten Bernie Sanders kann sich Clinton nun auf das kommende Duell um die Präsidentschaft einstellen – auf einen unter alle Gürtellinien gehenden Kampf gegen Donald Trump.

Wähler aus allen konservativen Lagern

Bis vor zwei Monaten noch belächelt, holte sich der New Yorker Baumagnat am Super Tuesday einen Sieg, wie ihn republikanische Kandidaten seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben. Seine Kontrahenten Ted Cruz und Marco Rubio erzielten Achtungserfolge. Langfristig aber haben sie im Rennen um die republikanische Kandidatur praktisch keine Chancen mehr. Aus allen konservativen Lagern waren Trump die Wähler in Scharen zugelaufen: die extrem Religiösen, die Ultra-Konservativen, die Immigranten-Gegner, die Waffennarren und vor allem die Zornigen. Die, deren Jobs in den vergangenen Jahren ans Ausland verloren gingen. Oder auch die, die heute für ihre Arbeit weniger verdienen als noch vor zehn Jahren.

"Mir ist die religiöse Ausrichtung von Trump völlig egal, oder auch, ob er zwei oder drei Mal geschieden ist" schildert Trump-Anhänger Kevin dem KURIER. "Mir geht es nur darum, wieder Arbeit zu finden und das weiß ich, Donald Trump wird die Bedingungen dafür schaffen. Jedenfalls besser als jeder andere von den republikanischen Kandidaten."

Der Baulöwe schnurrt

Sichtlich überwältigt von seinem eigenen Wahlerfolg und und geradezu demütig präsentierte der Baulöwe gestern eine ungewohnt sanfte Seite von sich: Er wolle die zerstrittene republikanische Partei vereinen, sie ganz und stark hinter sich wissen. "Ich werde eine bessere und größere Partei anführen", versprach er. Ehe er dann gleich wieder in Richtung "Leichtgewicht Klein-Rubio" und Hillary Clinton lospolterte.

Im Clinton-Lager werden bereits seit Wochen die Schlachtpläne gegen Donald Trump geschrieben. Den Fehler, den das republikanische Parteiestablishment begangen hat, nämlich den irrlichternden Multimilliardär zu unterschätzen, will man nicht wiederholen. Bill Clinton hatte gewarnt: Wer annehme, dass seine Frau gegen den belächelten Trump automatisch siegen werde, täusche sich gefährlich.

Der zu groben Ausfälligkeiten neigende Magnat hat ein Gespür für die Nöte und Ängste der Bevölkerung – so viel haben auch Hillarys Wahlkampfteams erkannt.

Tanker gegen Piraten

In dem politischen Outsider, der sich an keine Konventionen hält, hat die Grande Dame der US-Politik einen zu Allem entschlossenen, brutalen und unberechenbaren Gegner. "Mein Gott, wie wird das werden?", seufzt Politologe Jeronimo Cortina. "Kann man sich das vorstellen, was Trump alles zu Hillary Clinton sagen wird?" Das werde so aussehen, als ob das "Tankschiff Hillary von gefährlichen somalischen Piraten angegriffen wird",malt sich ein trump-kritischer republikanischer Parteistratege kommende Schlachten aus.

Mit einer Doppelstrategie soll nun die demokratische Front gegen Donald Trump eröffnet werden. Einerseits soll dem Trump’schen "Mauerbauer" eine positive Botschaft entgegengesetzt werden: Barrieren niederreißen und Anreize für Wirtschaftswachstum schaffen. Wichtiger aber ist den Demokraten der massive Angriff auf Donald Trumps Charakterschwächen – seine Sturheit, seine Unbeherrschtheit, sein Hang zum Groben. Die ersten TV-Spots werden bereits gedreht – mit der Botschaft: "Wie soll so einer unser Oberbefehlshaber werden?"

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