Politik | Ausland
21.07.2017

Trump: "Die Russen haben großartige Kämpfer"

In einem Interview mit der "New York Times" sprach der US-Präsident über den Handschlag mit Emmanuel Macron, den ausgebliebenen Handschlag mit Angela Merkel und russische Streitkräfte, die seiner Meinung nach großartige Kämpfer sind.

Donald Trump gegen die Medien. Das ist wohl das Duell in der Amtszeit des US-Präsidenten. Wenn Journalisten nicht so berichten wie Trump es gerne hätte, packt er die Fake-News-Keule aus. Trotzdem hat sich der Staatschef mit drei Redakteuren der New York Times zusammengesetzt. Ein paar Stunden später veröffentlichte die Zeitung eine Mitschrift des Gesprächs, Rohmaterial sozusagen.

Die meiste Zeit sprach Trump. Über sensible Angelegenheiten wie die Russland-Affäre und die Untersuchungen des FBI. Über seinen Justizminister Jeff Sessions, von dem er enttäuscht ist. Doch auch über das Händeschütteln mit Emmanuel Macron und Angela Merkel.

Das Transkript lässt in Trumps Welt blicken.


Trump über seinen ausgebliebenen Handschlag mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel: "Die Beziehung zu Merkel ist sehr gut. Wissen Sie, was mit Merkel geschehen ist? Ich sitze also im Stuhl. Wir saßen dort zwei Stunden lang. Also es nicht nach dem Motto: 'Schön, dich zu sehen.' Die Presse kam in den Raum. Ich glaube, jemand schrie: ‚Schüttel ihre Hand, schüttel ihre Hand!‘ Ich habe das nicht gehört. Ich habe ihre Hand nicht geschüttelt, weil wir das schon so lange saßen. Am nächsten Tag hieß es: 'Trump weigerte sich, …'."


Trump über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron: "Er rief mich an und sagte: 'Ich würde mich freuen, wenn du in Frankreich wärst, es wäre eine Ehre.' Das hatte mit dem Nationalfeiertag in Frankreich zu tun. Plus, es ist das 100. Jahr nach dem Ersten Weltkrieg. Das ist groß. Und ich sagte ja. Ich meine, ich habe eine großartige Beziehung zu ihm. Er ist ein großartiger Mann. Klug. Stark. Liebt es, meine Hand zu halten."

Reporter: "Habe ich bemerkt."

Trump: "Die Leute wissen gar nicht, dass er es liebt, meine Hand zu halten. Und das ist gut so."

An einer anderen Stelle: "[…] Als mich Macron gefragt hat, sagte ich: 'Denkst du, dass es eine gute Sache für mich wäre, nach Paris zu kommen? Ich habe die Pariser Übereinkunft (Klimavertrag, Anm.) vergangene Woche beendet. Ist es eine gute Sache?' Er sagte: 'Sie lieben dich in Frankreich.' Ich sagte: 'Ok, ich möchte sie nicht verletzen.'"


Trump über die Parade beim französischen Nationalfeiertag: "Die Parade war – sie war super-duper – ok, Ich denke, sie war sehr viel mehr als normal. Sie mussten über 200 Flugzeuge über unseren Köpfen geschossen haben. Normal hast du die Flugzeuge und das ist es, wie bei der Super-Bowl-Parade. Und alle werden verrückt, und das ist es. Das passierte innerhalb – und Sie wissen, was noch ganz nett war? Die Feier war begrenzt. Sie wissen, sie dauerte zwei Stunden und die Parade war dann zu Ende. Sie dauerte nicht den ganzen Tag. Niemand wurde verrückt. Sie wollten die Parade zwar nicht verlassen, aber mussten. Oder sie wollten sie verlassen, wirklich."


Trump über Napoleon, Hitler und die russischen Streitkräfte: "Es war großartig. Wir tourten durch die Museen, gingen zum Grabmal von Napoleons. […] Mit Napoleon ist es nicht gut zu Ende gegangen. Aber ich habe danach gefragt (bei seinem Besuch in Paris, Anm.). Ich habe den Präsidenten gefragt, was hat es mit Napoleon auf sich? Er sagte: 'Nein, nein, nein. Was er getan hat, ist unglaublich. Er hat Paris erschaffen.' Das Straßenraster, die Art und Weise, wie sie arbeiten, Sie wissen schon. Er hat noch so vieles darüber hinaus geschaffen. Und sein Problem war, dass er nicht nach Russland einmarschiert ist an diesem einen Abend, weil er etwas anderes machen musste, und dann sind sie erfroren. Wie oft hat das Wetter die Russen gerettet?"

"Das Gleiche ist Hitler passiert. Zwar nicht aus diesem Grund. Hitler wollte konsolidieren. Er war bereit, einzumarschieren. Aber er wollte konsolidieren, aber dann fiel die Temperatur auf minus 35 Grad, und das war dann das Ende seiner Armee."

"Aber die Russen haben großartige Kämpfer in der Kälte. Sie nutzen die Kälte zu ihrem Vorteil. Ich meine, sie haben fünf Kriege gewonnen, bei denen ihre Gegner erfroren sind. Das ist ziemlich großartig."


Als ein Reporter Trump auf seine Auslandsreisen, die er offensichtlich genießt, anspricht: "Ich habe den meisten Zuspruch im Ausland bekommen. Also bin ich nach Polen gefahren und habe eine Rede gehalten. Meine Feinde in den Medien, meine Feinde sagen, es war die beste Rede die jemals von einem Präsidenten auf ausländischem Boden gehalten wurde."


Trump über den G20-Gipfel in München und die Sitzordnung in der Elbphilharmonie: "So, ich hatte meinen Platz neben der Frau von Premierminister Abe ( Shinzo Abe, Japan, Anm.), ein wunderbarer Mann, und sie ist eine wunderbare Frau, aber spricht kein Englisch."

"Ok, wir sitzen also an diesem großen Tisch. Und die Ehefrauen sind getrennt von ihren Ehemännern, das machen sie manchmal, und manchmal nicht. Aber sie (die G20-Organisatoren, Anm) haben es getan. Es ist immer einfacher, wenn sie es nicht machen, weil man dann jemanden hat, mit dem man reden kann, richtig? Und ich saß neben der Frau des argentinischen Präsidenten - eine nette Frau, die Englisch spricht. Und die Frau des japanischen Präsidenten Abe. Großartige Beziehungen. Also ich sitze da. Es gab nur einen Übersetzer für Japanisch, weil es sonst noch schwieriger gewesen wäre. Aber ich habe den Abend mit ihr wirklich genossen, sie ist eine liebenswürdige Frau - und alles zusammengenommen war gut."


Trump über das zweite Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am G20-Gipfel: "Und nun saß Melania am anderen Ende des Tisches, am anderen Ende, ganz weit weg. Sie saß neben Putin und jemand anderem, ich weiß es nicht.

Reporter: "Sie war die ganze Zeit dort gewesen?"

Trump: "Ja. Sie saß neben Putin."

Reporter: "Spricht sie überhaupt Russisch?"

Trump: "Nein. Sie spricht andere Sprachen."

"Sie saß neben Putin und jemand anderem, und so ist es. Das Essen war zu Ende, und nach dem Dessert ging ich rüber, um Hallo zu Melania zu sagen, und während ich dort war, sagte ich Hallo zu Putin. Es war kein langes Gespräch, aber es war, Sie wissen… es könnte 15 Minuten gedauert haben. Wir sprachen nur über - Sachen. Eigentlich war es sehr interessant, wir haben über Adoption gesprochen (in Russland gibt es ein Adoptionsverbot für US-Bürger, Anm.).

Reporter: "Haben Sie?"

Trump: "Wir sprachen über die russische Adoption. Ja. Das fand ich immer interessant. Weil, Sie wissen, er hat sie vor Jahren beendet. Und ich habe eigentlich über die russische Adoption mit ihm gesprochen, was interessant ist, weil es ein Teil der Konversation war, die Don ( Trumps ältester Sohn, Anm.) bei diesem Treffen (mit der russischen Anwältin, Anm.) geführt hat. Wie ich schon sagte - die meisten anderen Leute, Sie wissen, wenn jemand sie aufrufen und sagen würde: 'Übrigens haben wir Informationen über Ihren Gegner', ich denke, die meisten Politiker – ich kenne viele Leute, sie sagte: 'Wer hätte so ein Treffen wie dieses nicht angenommen?' Sie sagten das."