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Interview
11/05/2019

Gespräch über 1989: "Warum soll Merkel nicht den Schmutz sehen?"

Der Schauspieler Roman Knižka floh im Sommer 1989 in die BRD. Ein Gespräch über die Todesfurcht von damals, die Angst von heute und den Erfolg der AfD.

von Johanna Hager

Mit 19 Jahren floh Roman Knižka  nach Westdeutschland, gegenwärtig tourt der gefragte Schauspieler wieder mit klassischer Musik und Lesungen durch Deutschland, um auf die „Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt“ aufmerksam zu machen.

KURIER: Gibt es ein Bild oder Gefühl, einen Geruch oder Gegenstand, den Sie ad hoc mit 1989 assoziieren?

Roman Knižka: Ein Geruch hat sich bei mir besonders eingeprägt: Der Gestank der Zweitaktmotoren in der DDR. Der ist mir erst wirklich krass aufgefallen, als ich unmittelbar kurz nach dem Mauerfall diese endende Republik wieder aufgesucht habe. Als Kleinkindern konnte man uns sogar weismachen, dass der antifaschistische Schutzwall, genannt die Mauer, uns vom Smog des Westens schützt. Ich bin absoluter Gegner von diesen ostalgischen Trabant-Rallyes, die in Berlin für Touristen veranstaltet werden.