Politik | Ausland
05.09.2017

Nordkorea-Konflikt: Europa laut Frankreich bald in Pjöngjangs Reichweite

Warnung vor Eskalation der gegenwärtigen Krise in einen großen Konflikt. "Europa riskiert, zügiger als erwartet in Reichweite von Kim Jong-uns Raketen zu sein."

Nordkorea könnte Frankreichs Verteidigungsministerin zufolge schneller als gedacht Raketen entwickeln, die auch Ziele in Europa erreichen. "Europa riskiert, zügiger als erwartet in Reichweite von Kim Jong-uns Raketen zu sein", warnte Florence Parly bei einer Ansprache vor dem französischen Militär am Dienstag.

Deshalb dürfe das Szenario einer Eskalation der gegenwärtigen Krise in einen großen Konflikt nicht verworfen werden. Nordkorea hat nach eigenen Angaben am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet und damit international neue Protest ausgelöst. Das weitgehend isolierte Land treibt die Entwicklung sowohl von Nuklearwaffen als auch von Trägerraketen mit Hochdruck voran.

Einer südkoreanischen Zeitung zufolge verlegt Nordkorea offenbar eine Interkontinentalrakete (ICBM) an seine Westküste. Wie Asia Business Daily am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtete, wurde das mutmaßliche Geschoß am Montag in Bewegung gesetzt.

Pjöngjang schnürt "Geschenkpaket" für USA

Nordkorea hatte zuvor im Atomstreit mit den USA verbal nachgelegt. Der UN-Botschafter des Landes, Han Tae Song, sagte am Dienstag in Genf mit Blick auf die jüngsten Atomtests des Landes, das kommunistische Land habe ein "Geschenkpaket" für die Vereinigten Staaten geschnürt.

Die jüngsten Maßnahmen zur Selbstverteidigung richteten sich in diesem Zusammenhang gegen niemand anderen als Amerika: "Die USA werden weitere Geschenksendungen aus meinem Land erhalten, solange sie auf unverantwortliche Provokationen und nutzlose Versuche setzen, Druck auf die Volksrepublik Korea auszuüben", sagte Han auf der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen Abrüstungskonferenz.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben am Sonntageine Wasserstoffbombe getestet und damit international Protest ausgelöst. Das weitgehend isolierte Land treibt die Entwicklung sowohl von Nuklearwaffen als auch von Trägerraketen mit Hochdruck voran. Einer südkoreanischen Zeitung zufolge verlegt Nordkorea offenbar eine Interkontinental-Rakete (ICBM) an seine Westküste. Wie Asia Business Dailyam Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtete, wurde das mutmaßliche Geschoß am Montag in Bewegung gesetzt.

USA für schärfere Sanktionen, Putin nennt sie sinnlos

Die Weltgemeinschaft ist indes gespalten, wie Nordkorea nach seinem bisher stärksten Atomtest zur Räson gerufen werden soll. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete am Dienstag schärfere Sanktionen gegen das international isolierte Land als "sinnlos". Ähnlich reagierte China. Im Gegensatz dazu plädieren die USA und Südkorea für schärfere Strafmaßnahmen.

Sie werden dabei auch von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt. Am Wochenende würden sich die EU-Außenminister in Gymnich bei Köln über eine Ausweitung der Druckmittel auf Handelsebene beraten, kündigte Merkel im Bundestag an: "Dies ist auch dringend notwendig." "Europa hat eine wichtige Stimme in der Welt." Im übrigen sei es richtig, dass der UN-Sicherheitsrat eine klare Position beziehe. Merkel hatte zuvor mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in sowie mit US-Präsident Donald Trump über die Krise gesprochen.

"Es gibt keinen anderen Weg, außer dem gewaltfreien"

Putin sagte auf einem Treffen der fünf großen Schwellenländer in China, dass härtere Sanktionen keinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang hätten, stattdessen aber das Leiden der Bevölkerung deutlich vergrößern könnten. Zugleich forderte der russische Präsident alle Beteiligten dazu auf, im Atomkonflikt mit Nordkorea die Ruhe zu bewahren. "Eine Intensivierung der militärischen Hysterie führt zu nichts Gutem. Es könnte in einer globalen Katastrophe münden", sagte Putin: "Es gibt keinen anderen Weg, außer dem gewaltfreien." Ähnlich äußerte sich der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Geng Shuang. Es sei keine Option, den Konflikt mit Nordkorea militärisch zu lösen, sagte Geng. Alle Beteiligten müssten dazu beitragen, dass die Situation nicht eskaliere.

Die USA warfen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un vor, einen Krieg provozieren zu wollen. Als Reaktion auf den bisher größten Atomtest Pjöngjangs sucht US-Präsident Donald Trump im Weltsicherheitsrat innerhalb einer Woche "größtmögliche Sanktionen". Es geht den USA besonders um eine Aussetzung der Öllieferungen aus China nach Nordkorea. Russland und China zögern. Als Reaktion auf den Atomtest demonstrierte Südkorea am Dienstag mit neuen Manövern militärische Stärke.

"Wir werden unsere Verbündeten und unser Territorium verteidigen"

In der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York warf die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley dem nordkoreanischen Machthaber vor, einen Krieg anzetteln zu wollen. "Sein missbräuchlicher Einsatz von Raketen und seine nuklearen Drohungen zeigen, dass er um Krieg bettelt", sagte Haley. "Krieg ist nie etwas, was die USA anstreben. Wir wollen es auch jetzt nicht", sagte sie. "Aber die Geduld unseres Landes ist nicht grenzenlos. Wir werden unsere Verbündeten und unser Territorium verteidigen."

Zu den Forderungen nach Dialog sagte Haley, immer wieder sei mit Nordkorea verhandelt worden, was aber nicht funktioniert habe. "Die Zeit für halbe Sachen im UN-Sicherheitsrat ist vorbei." Jetzt müssten alle diplomatischen Bemühungen aufgeschöpft werden, "bevor es zu spät ist". Das heiße, rasch schärfste Sanktionen anzunehmen. Haley will einen Katalog mit härteren Maßnahmen vorlegen. Darüber solle der Rat kommenden Montag abstimmen. Angesichts von Anzeichen für einen weiteren Raketenstart Nordkoreas sei höchste Eile geboten.

"Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter"

Den Vorschlag Chinas und Russlands für ein "zweigleisiges Vorgehen", indem die USA und Südkorea ihre Militärmanöver einstellen und Nordkorea im Gegenzug sein Atom- und Raketenprogramm einfriert, um Verhandlungen aufzunehmen, wies Haley als "frech" zurück. "Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter", sagte Haley.

Als Reaktion auf den sechsten Atomtest Nordkoreas seit 2006 zeigte Südkorea am Dienstag wieder militärische Stärke und setzt seine Manöver fort. Kriegsschiffe hätten Schießübungen im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) durchgeführt, teilte die Marine mit. Zweck der Manöver sei gewesen, sofort auf potenzielle Provokationen Nordkoreas antworten zu können. An den Übungen hätten unter anderem eine 2.500-Tonnen-Fregatte, Raketenschiffe und Schnellboote teilgenommen.

Bis Samstag sollen weitere Marineübungen vor der Südküste der koreanischen Halbinsel folgen. Bereits am Montag hatte Südkoreas Militär einen Angriff mit Raketen auf das nordkoreanische Atomtestgelände im Nordosten des Nachbarlandes simuliert.

In einem Telefongespräch einigten sich Südkoreas Präsident Moon und US-Präsident Trump darauf, die Verteidigungsfähigkeit Südkoreas auszubauen. Wie das Weiße Haus mitteilte, habe Trump seine grundsätzliche Zustimmung gegeben, dass Südkorea "für viele Milliarden Dollar Waffen und Ausrüstung" kaufen könne. Südkoreas Präsidialamt sagte aber dazu, Seoul sehe zwar die Notwendigkeit, künftig moderne Waffensysteme der USA anzuschaffen, doch gebe es keine aktuellen Pläne, "Milliarden von Dollar" auszugeben.

Beide Präsidenten einigten sich auch darauf, die Obergrenze für die Nutzlast südkoreanischer Raketen abzuschaffen. Die Reichweite ist bisher einer beiderseitigen Vereinbarung zufolge auf 800 Kilometer und das Gewicht der Sprengköpfe auf 500 Kilogramm beschränkt. Trump und Moon waren sich auch einig, mit größtmöglichem Druck und allen zur Verfügung stehenden Mitteln auf den Atomtest zu reagieren.

"Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben"

In der Sitzung des UN-Sicherheitsrates mahnte Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi eine friedliche Lösung des Konfliktes an: "Wir werden niemals Chaos und Krieg auf der koreanischen Halbinsel erlauben." Alle müssten einer weiteren Eskalation entgegenwirken. Chinesische Experten diskutierten eine Drosselung der Öllieferungen nach Nordkorea, die als letztes großes Druckmittel gelten.

Doch wurde immer wieder Skepsis laut, ob sich Kim Jong-un dadurch von neuen Provokationen abhalten lässt. "Es könnte das Problem nicht lösen, sondern nur den Hass Nordkoreas gegenüber China verschärfen", sagte der renommierte Professor Shi Yinhong von der Volksuniversität in Peking. Nach Einschätzung des auf Frieden und Sicherheit spezialisierten Nautilus Institute werden chinesische oder russische Ölkürzungen das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas nicht stoppen, sondern nur dem Wohl der Zivilbevölkerung schaden und beispielsweise zu Hungersnöten führen. Frühere Beispiele zeigten, dass Mangel nicht zu sozialer Instabilität führe, sondern dass die Nordkoreaner zumeist gehorchten.

Internationale Pressestimmen zum nordkoreanischen Atomtest

"Times" (London):

"Letztendlich ist es Aufgabe der US-Politik, die Verbündeten zu beruhigen und sich zu gedulden, bis das nordkoreanische Regime sich ändert. Der Mangel an guten Optionen für den Umgang mit Pjöngjang sollte kein Anlass zur Verzweiflung sein, aber er erfordert Realismus. Die Politik der Eindämmung während des Kalten Krieges war nicht spektakulär. Deals mit autokratischen Regimes gehörten dazu. Bezogen auf Nordkorea bedeutet das, abzuwarten und zu hoffen - ohne eine Garantie dafür zu haben, dass das Regime sich anpasst, milder oder weniger bedrohlich wird. Der Kommunismus in der Sowjetunion ist schließlich zusammengebrochen. Und China ist heute ein anderes Staatswesen als zu Zeiten des despotischen Regimes von Mao Tsetung. Geduldig ein langes Spiel zu spielen, könnte funktionieren. Alles andere wahrscheinlich nicht."

"El Pais" (Madrid):

"Angesichts dieser Bedrohung ersten Ranges für den Frieden und die Sicherheit in der Welt hat der Sicherheitsrat (der Vereinten Nationen) keine andere Wahl, als die Sanktionen gegen das nordkoreanische Regime zu verschärfen, bis die Rückkehr an den Verhandlungstisch gelingt. Mehr denn je ist nun ein Engagement von China und Russland nötig, um (den nordkoreanischen Machthaber) Kim Jong Un zu isolieren und ihn dazu zu zwingen, das nordkoreanische Nuklearprogramm unter internationale Kontrolle zu stellen."

"Corriere della Sera" (Rom):

"Für manch einen ist der Machthaber irrational, aber das scheint nur eine Entschuldigung dafür zu sein, zuzugeben, keinen Plan zu haben, wie man ihn aufhalten kann. Es gibt auch noch eine andere Version, eine konstruktivere. Kim würde sich darin wie der dynamische Vorsitzende des Verwaltungsrates bei einem Spitzentreffen einer Unternehmensgruppe in einer schwerwiegenden Krise verhalten: Nordkorea mit seinen Bürgern (den Arbeitnehmern) mussten den Gürtel enger schnallen und buchstäblich an Hunger sterben nach Jahren der Stagnation unter der Führung von Kim Il-sung und Kim Jong-il. (...) Und was macht ein neuer Chef, um die Geschicke des Betriebs neu zu bestimmen? Er hat eine Vision, neue Ziele, motiviert das Personal."

"L'Alsace" (Mulhouse):

"Diese Krise ist umso gravierender, weil (der nordkoreanische Machthaber) Kim Jong Un (US-Präsident) Donald Trump gegenübersteht. Der unberechenbarere der beiden ist vermutlich nicht der nordkoreanische Diktator. Als er zu Anfang des Sommers die von seinem Stab vorgeschlagene diplomatische Option zugunsten eines politischen Kräftemessens abgelehnt hat, ist der amerikanische Präsident ein enormes Risiko eingegangen: Die Krise zu verschärfen und die Welt in einen militärischen Konflikt mitzureißen, auf den sie sehr gut verzichten könnte."

"L'Est Républicain" (Nancy):

"In der Diplomatie geht es um Kräfteverhältnisse. Grotesk und provokativ, aber vielleicht gar nicht so verrückt, wie er erscheint, setzt der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un darauf, dass diese Kräfteverhältnisse derzeit günstig für ihn sind. (...) Sein Vorgehen könnte irrational erscheinen. In Wirklichkeit ist es sehr kalkuliert. Nordkorea nutzt die internationalen Spaltungen, um sich die Waffe der Abschreckung zu beschaffen und sich damit Eintritt in den sehr verschlossenen Club der Atommächte zu verschaffen, um seine innere Sicherheit zu garantieren."

Die wichtigsten Akteure im Nordkorea-Konflikt

Der Konflikt um das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm gehört zu den weltweit brisantesten Krisen. Die wichtigsten Akteure Nordkorea, Südkorea, Japan, die USA, China und Russland versuchten bis 2009 in Sechs-Parteien-Gesprächen eine Lösung - vergeblich.

NORDKOREA: Der junge, seit 2011 an der Macht befindliche Diktator Kim Jong-un sieht in der Entwicklung von Atomwaffen und Raketen eine Überlebensgarantie. Hatte sich sein 2011 gestorbener Vater und Vorgänger Kim Jong-il anfangs noch auf Verhandlungen eingelassen, lehnt Kim Jong-un dies bisher ab. Der stark abgeschottete kommunistische Staat sieht sich von den USA und Südkorea bedroht. Mit dem äußeren Feind rechtfertigt Kim sein repressives System und erklärt Armut und Hunger im Land.

SÜDKOREA: Das demokratische Südkorea schwankt zwischen Aussöhnung mit dem Norden und einer harten Linie. Da der Ballungsraum Seoul mit 25 Millionen Menschen nur 50 Kilometer von der Grenze in Reichweite der nordkoreanischen Artilleriebatterien liegt, wäre ein Krieg verheerend für Südkorea. Das Bündnis mit der Atom-Supermacht USA, die 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert haben, soll das nuklear und konventionell hochgerüstete Nordkorea abschrecken. Außerdem möchte Seoul seine eigenen Raketen perfektionieren. Gleichzeitig versucht der neue Präsident Moon Jae-in, über Dialog mit dem Norden die Spannungen abzubauen.

USA: Nordkorea stellt die USA als Ursache allen Übels dar und droht der Weltmacht offen mit Atomangriffen. US-Präsident Donald Trump hat die Phase der "strategischen Geduld" für beendet erklärt. Als erster US-Präsident drohte Trump ebenfalls offen Militärschläge an, was aber folgenlos blieb. Daneben bemühen sich die USA, Nordkorea politisch und wirtschaftlich unter Druck zu setzen und dafür stärker Nordkoreas Nachbarn China und Russland zu gewinnen. Pjöngjang soll der Zugang zu Devisen genommen werden. Washington macht auch Druck auf Länder, die Gastarbeiter aus Nordkorea beschäftigen.

CHINA: China hatte im Koreakrieg (1950-53) an der Seite Nordkoreas gegen Südkorea und die USA gekämpft, aber die Waffenbruderschaft ist längst Vergangenheit. Nie war das Verhältnis zu Pjöngjang so schlecht wie heute. China versucht, Nordkorea und die USA zu Verhandlungen zu bewegen. Rund 90 Prozent des nordkoreanischen Handels fließen über China, das die Sanktionen mitträgt, aber den Schmuggel nicht völlig im Griff hat und auch einen Kollaps des Nachbarn fürchtet. Es wird befürchtet, dass wie bei einem Krieg Millionen Flüchtlinge über die Grenze strömen. Sollte ein Zusammenbruch Nordkoreas zur Wiedervereinigung mit Südkorea führen, könnten US-Truppen an Chinas Grenze stehen. So bevorzugt China den Status quo.

JAPAN: Wie Südkorea ist Japan mit den USA militärisch verbündet und sieht Nordkorea als große Bedrohung. Mehrmals flogen nordkoreanische Raketen bei Tests bis in japanische Gewässer oder über Japan hinweg wie zuletzt vergangenen Dienstag eine Mittelstreckenrakete. Mit Raketenabwehrsystemen will sich Japan schützen. Zudem nimmt der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe Nordkorea zum Anlass, um von der rein defensiven Militärdoktrin des Landes abzurücken.

RUSSLAND: Knapp 20 Kilometer gemeinsame Grenze machen Russland und Nordkorea zu Nachbarn, eine Bahnlinie verbindet beide Länder. Moskau verurteilt die nukleare Aufrüstung Pjöngjangs und trägt Sanktionen der UNO mit. Doch die UNO-Vetomacht lehnt jedwede gewaltsame Lösung des Konflikts ab und fordert Gespräche der USA mit Nordkorea. Moskau ist auch das US-Militär in Südkorea ein Dorn im Auge, das mit dem Ausbau seiner Raketenabwehr gegen Nordkorea auch die russische strategische Position schwächt. Auf die brutale Diktatur Nordkoreas wirkt Moskau nicht ein.

Atombombe - Wasserstoffbombe - Neutronenbombe

Atombombe

Als ihr wichtigster "Vater" gilt der Amerikaner Robert Oppenheimer. Die ersten Atombombenabwürfe am 6. und 9. August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki beendeten den Zweiten Weltkrieg in Asien. Atomwaffen werden mit radioaktivem Plutonium oder Uran hergestellt. Die Kettenreaktion bei ihrer Explosion setzt Energie als Hitze, Druck und Strahlung frei. In kurzer Zeit können Hunderttausende getötet und ganze Landstriche verwüstet werden. Die radioaktive Strahlung verursacht gesundheitliche Langzeitschäden.

Wasserstoffbombe

Die Wasserstoffbombe, auch H-Bombe genannt, wurde unter Leitung von Edward Teller in den USA entwickelt und erstmals 1952 auf einem Atoll im Pazifik gezündet. Die Sprengkraft ist noch um ein Vielfaches größer als bei einer Atombombe. Sie setzt Energie aus einer Kernverschmelzung frei. Bei dieser Fusion verschmelzen unter anderem die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium zu Helium. Zur Zündung des Gemischs sind mehr als 100 Millionen Grad erforderlich. Deshalb enthält eine H-Bombe als Zünder eine Atombombe.

Neutronenbombe

Neutronenwaffen vernichten Lebewesen bei geringen Materialschäden. Beruht die Wirkung herkömmlicher Atomwaffen vor allem auf der Druck- und Hitzewelle, geben Neutronenwaffen die meiste Energie in Form harter Neutronenstrahlung ab. Sie führt je nach Intensität innerhalb von Minuten oder Wochen zum Tod. Gebäude bleiben unversehrt. Der Fallout (radioaktiver Niederschlag) der 1958 von dem Amerikaner Samuel Cohen entwickelten Waffe ist gering: Einen Tag nach der Explosion kann das betroffene Gebiet gefahrlos betreten werden.