Politik | Ausland
16.11.2017

Merkel mahnt Jamaika-Partner zu Kompromissbereitschaft

Die deutsche Kanzlerin sieht noch "gravierende Unterschiede" vor den entscheidenden Sondierungsgesprächen.

Vor dem Finale der Sondierungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Kompromissbereitschaft von den beteiligten Parteien CDU, CSU, FDP und Grünen gefordert. Sie sprach von "gravierenden Unterschieden" zwischen den Parteien, hielt eine Einigung aber für möglich.

Zuletzt hatten die vier Parteien vor allem über Themenfelder wie Klima, Verkehr und Migration debattiert. Merkel räumte ein, dass es "sehr, sehr unterschiedliche Positionen" gebe. Dennoch glaube sie, dass es gelingen könne, sagte sie am Donnerstag in Berlin vor den entscheidenden Gesprächen von CDU, CSU, FDP und Grünen. In der Nacht auf Freitag wollen die vier Parteien eine Einigung finden, die sie ihren Parteigremien vorlegen können, bevor formelle Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden.

Entscheidende Kompromisse

In den kommenden Stunden seien der nötige Wille und harte Arbeit gefragt, sagte Merkel. "Ich hoffe, dass der Wille da ist, dass etwas gelingt. Die Verantwortung dafür haben wir. Und ich werde versichern, meinen Beitrag dazu zu leisten."

Die Kanzlering forderte alle Beteiligten auf, jetzt die entscheidenden Kompromisse zu machen: "Heute ist der Tag, an dem wir uns auch in die Situation des jeweils anderen hineinversetzen und fragen müssen, was ist für den wichtig." Wenn das gelinge, "kann daraus etwas sehr Wichtiges für unser Land entstehen in einer Zeit großer Polarisierung", sagte die CDU-Vorsitzende. Ein Ergebnis der Gespräche wird erst in der Nacht erwartet.