Politik | Ausland
08.08.2017

Schulz will auch bei Wahlniederlage SPD-Chef bleiben

Die SPD liegt in den Umfragen nach einem Höhenflug nach der Nominierung von Schulz zum Kanzlerkandidaten jetzt wieder deutlich hinter der CDU/CSU.

Seit 1990, nach dem deutschen Mauerfall, hatte die SPD insgesamt 13 Parteivorsitzende, zwei von ihnen führten das Amt kommissarisch aus. Der Durchschnitts-SPD-Vorsitzender saß etwa zwei Jahre und zwei Monate auf dem roten Chefsessel.

Martin Schulz möchte das ändern. Heißt: Er will auch im Fall einer Niederlage bei der deutschen Bundestagswahl Parteivorsitzender bleiben. "Ich werde mich auf dem nächsten Parteitag natürlich um eine Wiederwahl bewerben." Auch dem nächsten Bundestag will der SPD-Politiker unabhängig vom Wahlergebnis angehören, sofern er gewählt wird: "Es wäre doch unlogisch, dieses Mandat nicht anzunehmen", sagte er. "Die SPD kann längere Rhythmen in der Amtszeit ihrer Vorsitzenden ganz gut gebrauchen."

Schulz hat im März 2017 den SPD-Chefposten von Sigmar Gabriel übernommen.

Schulz weiterhin weit hinter Merkel zurück

Die SPD liegt in den Umfragen nach einem Höhenflug nach der Nominierung von Schulz zum Kanzlerkandidaten jetzt wieder deutlich hinter der CDU/CSU. Schulz kommt auch nicht an die persönlichen Werte von Bundeskanzlerin Angela Merkel heran.

Könnte der Bundeskanzler in Deutschland direkt gewählt werden, würden sich nach einer neuen YouGov-Umfrage 42 Prozent für Merkel und nur 22 Prozent für Schulz entscheiden. Auch bei der Bewertung der Arbeit kann Schulz gegenüber Merkel nicht aufholen. 61 Prozent der Befragten bescheinigten Merkel, dass sie einen sehr guten oder eher guten Job als Kanzlerin mache. Bei Schulz bewerteten nur 35 Prozent seine Arbeit als Kanzlerkandidat mit sehr gut oder eher gut.