Lage an der Grenze zwischen Polen und Belarus eskaliert

┬ę APA - Austria Presse Agentur

Politik Ausland

Lukaschenko soll Migranten aus Grenzregion evakuiert haben

Polen zufolge sollen Migranten in Bussen weggebracht worden sein. Ein erster Flug in den Irak soll morgen aus Minsk starten.

von Caroline Ferstl

11/17/2021, 04:24 PM

Am Dienstag war die Lage zwischen den Gefl├╝chteten und den polnischen Sicherheitskr├Ąften am EU-Grenz├╝bergang Kuznica-Brusgi eskaliert: Migranten sollen mit Steinen geworfen haben und von belarussischen Streitkr├Ąften mit Knallgranaten und Steinschleudern ausger├╝stet worden sein. Die polnische Polizei schoss mit Wasserwerfern zur├╝ck. Am Mittwoch soll der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko aber eingelenkt und begonnen haben, die Grenzregion zu evakuieren.

Staatsnahe belarussische Medien ver├Âffentlichten Videos von vier Reisebussen. Diese sollten einige der Migranten "an andere Orte" bringen, so das Rote Kreuz. Damit d├╝rfte das Herkunftsland von zumindest einigen von ihnen gemeint sein: Einem russischen Agenturbericht zufolge soll am Donnerstag ein erster Flug irakische Migranten zur├╝ck in ihre Heimat bringen.

"Es sieht danach aus, dass Lukaschenko die Schlacht um die Grenze verloren hat", sagte Polens Vize-Innenminister Maciej Wasik. Polnischen Sch├Ątzungen zufolge sa├čen zuletzt rund 2.000 Migranten bei Kuznica fest. Die Angaben lassen sich jedoch kaum unabh├Ąngig ├╝berpr├╝fen, Polen l├Ąsst keine Medien an die Grenze.

Kritik an Merkels Telefonaten

Unterdessen versuchte Deutschlands Noch-Kanzlerin Angela Merkel neuerlich zu vermitteln. Merkel, die bereits am Montag mit Lukaschenko telefoniert hatte, sprach am Mittwoch erneut mit ihm. Sie habe betont, dass die humanit├Ąre Versorgung und R├╝ckkehrm├Âglichkeiten der Migranten mit dem Fl├╝chtlingshilfswerk der UNO und der Internationalen Organisation f├╝r Migration geplant werden sollte, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. 

Polens Regierung hatte zuvor Merkels Telefonat vom Montag kritisiert: Dieses sei ÔÇ×in gewisser Weise die Akzeptanz von Lukaschenkos WahlÔÇť gewesen. Die EU hatte die manipulierte Wiederwahl des Pr├Ąsidenten 2020 nicht anerkannt und  eine Reihe von Sanktionen erlassen. Merkel wies die Kritik zur├╝ck. 

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