Die Polizei durchsuchte unter anderem Wohnungen in Brüssel.

© APA/EPA/OLIVIER HOSLET

LIVE-Ticker
11/14/2015

Eine Spur führt nach Belgien

Anschläge kosteten fast 130 Menschen das Leben. Ein Österreicher verletzt. Einer der Attentäter dürfte über Griechenland gekommen sein. Einigung bei Syrien-Gipfel.

Bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mit mehreren fast zeitgleichen Anschlägen in der Nacht auf Samstag sind 129 Menschen getötet worden. Diese Zahl sei angesichts der großen Zahl von Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins am Samstagabend in Paris. Es gebe 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle. Sieben Terroristen seien gestorben. Die islamistische Terrormiliz "Islamischer Staat" hat sich in einer Videobotschaft zu den Anschlägen bekannt.

Die internationale Politik reagierte geschockt auf die Attacken im Herzen Europas (Anteilnahme aus aller Welt).

Kurzer Überblick

In der Nähe des Pariser Stadions, in dem gerade die Fußball-Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland gegeneinander spielten, gab es zunächst Explosionen. Schießereien an mehreren Orten wurden gemeldet und in der Pariser Konzerthalle Bataclan kam es während dem Konzert der US-Band Eagles of Death Metal zu einer Geiselnahme. Als Sicherheitskräfte die Halle stürmten, sollen sich drei Attentäter durch Sprengstoff getötet haben. Dabei rissen sie rund 100 Menschen in den Tod - Übersicht über die Gewaltakte.

Präsident Hollande rief noch am Freitagabend den Ausnahmezustand für ganz Frankreich aus. Am Samstag sprach er von einem "kriegerischen Akt" der Terrorgruppe " Islamischer Staat". Die Welt trauert und ist zugleich ratlos.

Das Außenministerium hat eine Hotline für Betroffene und Angehörige eingerichtet.

  • In Österreich: 050 11 50 44 11
  • Für Österreicher in Frankreich: 0043/190 115 44 11
  • Hotline der Stadt Paris (lokal): 0800 6 005

Eine Spur führt nach Belgien

  • 11/14/2015, 9:30 PM

    Gegend um den Eiffelturm wird evakuiert

    Die Gegend um den Eiffelturm in Paris wird evakuiert. Bei einem Luxus-Hotel hat sich laut Augenzeugen schwer bewaffnete Polizei versammelt. Es soll sich um das Pullman Hotel im siebenten Arrondissement handeln. Zudem wurde die U-Bahn-Station Champs de Mars von der Polizei geschlossen.

    French military patrol near the Eiffel Tower the d Foto: REUTERS/YVES HERMAN Der Eiffelturm war nach den Anschlägen in Paris am Samstag geschlossen, später kündigte die Betreibergesellschaft an, die Attraktion auf unbestimmte Zeit zu schließen.

       Später stellte sich heraus, dass der Polizeieinsatz beim Pullman-Hotel auf einen Fehlalarm zurückgegangen war. Das sagte eine Sprecher des französischen Innenministeriums.

     

  • 11/14/2015, 9:05 PM

    3000 Soldaten mehr auf Frankreichs Straßen

    Die französische Regierung schickt 3000 zusätzliche Soldaten auf die Straße. In der Nacht direkt nach den Anschlägen seien bereits 500 Soldaten mobilisiert worden, hieß es aus dem Umfeld von Staatschef François Hollande. 1000 weitere Soldaten seien am Samstag eingesetzt worden, bis Dienstag sollten noch einmal 1500 folgen. Seit dem Anschlag auf die Charlie-Hebdo-Redaktion hat die französische Armee bereits 7000 Soldaten im Einsatz und es gilt die höchste Terrorwarnstufe. Zwischenzeitlich waren landesweit bereits 10.000 Soldaten im Einsatz.. Der Anti-Terror-Einsatz trägt den Namen "Operation Sentinelle".

  • 11/14/2015, 8:19 PM

    Pariser Börse am Montag normal geöffnet

    Die französische Börse wird am Montag nach dem Terrorwochenende in Paris normal geöffnet. Dies teilte eine Sprecherin des Betreibers Euronext der Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstagabend mit. Die Börse befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

    Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Aktienmarkt zwei bis drei Prozent fällt, sagte Yogi Dewan von der britischen Investmentfirma Hassium Asset Management. Die Versicherungsbranche sowie Aktien von Reiseveranstaltern werden wohl auf die Terroranschläge reagieren.

  • 11/14/2015, 7:57 PM

    Foo Fighters brechen Europatournee ab

    Nach den Anschlägen von Paris haben die Foo Fighters ihre Europatournee abgebrochen. "Mit großer Trauer und tief empfundener Sorge für jeden in Paris sehen wir uns gezwungen, den Rest unserer Tour abzusagen", erklärte die US-Rockband am Samstag. Eigentlich wollte sie nach einem Konzert am Samstag in Turin am Montag in Paris und anschließend noch in Lyon und Barcelona spielen.

    "Im Lichte dieser sinnlosen Gewalt, der Schließung von Grenzen, der internationalen Trauer, können wir jetzt nicht weitermachen", hieß es weiter. "Es gibt keine andere Art, es zu sagen. Das ist verrückt und zum Kotzen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei jedem, der verletzt wurde oder einen Lieben verloren hat."

  • 11/14/2015, 8:53 PM

    Valls : "Werden diesen Krieg gewinnen "

    Frankreich will auch nach den Anschlägen den IS weiter in Syrien aus der Luft angreifen. Das kündigt Ministerpräsident Manuel Valls an. "Wir stellen uns diesem Gegner, um ihn zu zerstören, in Frankreich, genauso wie in Syrien und Irak. Wir werden mit großer Entschlossenheit auf diesen Anschlag antworten … Wir werden diesen Krieg gewinnen. Ja, wir sind im Krieg."

    FRANCE PARIS ATTACKS ELYSEE DEFENSE COUNCIL Foto: APA/EPA/IAN LANGSDON

  • 11/14/2015, 6:58 PM

    Ein in Belgien Gefasster war Freitagabend in Paris

    Belgische Anti-Terror-Ermittler haben eine Person festgenommen, die am Freitagabend in Paris war. Das bestätigte der belgische Premierminister Charles Michel am Samstagabend nach einem Großeinsatz der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

    In Paris war nach den Anschlägen ein Mietwagen mit einer Verbindung nach Molenbeek entdeckt worden, wie ein Sprecher von Justizminister Koen Geens sagte. Schwer bewaffnete Polizisten durchsuchten in Molenbeek mehrere Wohnungen. Mehrere Menschen wurden festgenommen.
     

  • 11/14/2015, 6:41 PM

    Cousine von Frankreichs Nationalspieler Diarra getötet

    Der französische Fußball-Nationalspieler Lassana Diarra trauert um eine bei den Terrorakten getötete Cousine. Bei welchem der Anschläge seine Cousine zum Opfer der Attentäter wurde, präzisierte der 30-jährige Profi nicht. Mit schwerem Herzen ergreife er das Wort, schrieb Diarra. Seine Cousine sei für ihn ein Bezugspunkt gewesen, eine große Schwester. "In diesem Klima des Terrors ist es für uns alle wichtig, die wir dieses Land mit seiner Vielfältigkeit repräsentieren, das Wort zu ergreifen und vereint zu bleiben gegen einen Horror, der weder Farbe noch Religion hat", schrieb Diarra. "Lasst uns alle zusammen die Liebe verteidigen, den Respekt und den Frieden."

    Bonsoir à tous,À la suite des événements dramatiques survenus hier à Paris et à Saint Denis, c'est avec le coeur lourd...

    Posted by Lassana Diarra on Samstag, 14. November 2015
  • 11/14/2015, 6:50 PM

    Drei Terroristen-Teams

    Einer der Angreifer im Musiksaal Bataclan ist als 29-jähriger Franzose identifiziert worden, der den Behörden wegen seiner Radikalisierung bekannt war. Er sei mehrfach vorbestraft, allerdings niemals wegen Verbindungen in dschihadistische Netzwerke, sagte der Staatsanwalt François Molins. Bei einem der Selbstmordattentäter vom Stade de France wurde zudem ein syrischer Pass gefunden, bestätigte Molins.

    Die sieben Terroristen benutzten Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow. Außerdem hätten sie die absolut gleiche Art von Sprengstoffwesten getragen. Es habe drei Teams von Terroristen gegeben, die koordiniert vorgegangen seien, sagte Molins.

     

  • 11/14/2015, 6:12 PM

    Attentäter erst am Stadioneingang aufgehalten

    Die Attentäter von Paris wollten einem Bericht des Wall Street Journal zufolge offenbar einen Anschlag direkt im Fußballstadion beim Länderspiel Deutschland-Frankreich verüben. Mindestens ein Attentäter habe ein Ticket für das Spiel gehabt. Er sei von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten.

    Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht.

    Der Polizist vermutetet laut Wall Street Journal, dass der Angreifer den Sprengstoff im Stadion zünden wollte. Ziel sei vermutlich eine Massenpanik bei den Zuschauern gewesen.

  • 11/14/2015, 5:57 PM

    Pentagon: IS-Chef in Libyen getötet

    Der Chef der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Libyen, Abu Nabil, ist nach Angaben des Pentagon bei einem US-Luftangriff getötet worden. Der Angriff sei in der Nacht zum Samstag geflogen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington mit. Der Angriff sei vor den Anschlägen in Paris angeordnet worden, zu denen sich der IS bekannte.

     

  • 11/14/2015, 5:48 PM

    Mehrere Festnahmen in Brüssel

    Eine Spur der Attentäter von Paris führt offenbar nach Belgien. Nach den Anschlägen sei ein Mietwagen mit einer Verbindung in den Brüsseler Stadtteil Molenbeek in Paris entdeckt worden, sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens in Brüssel. Die belgische Polizei nahm mehrere Menschen fest.

    Die Boulevardzeitung "La Derniere Heure" berichtete, Razzien der Polizei hätten in den Wohnungen dreier junger Männer stattgefunden, die an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein sollen.

  • 11/14/2015, 4:48 PM

    Kerry: Gemeinsamer Fahrplan für Syrien-Lösung

    Die UNO-Vetostaaten, Regionalmächte und weitere Teilnehmerländer haben sich auf einen gemeinsamen Fahrplan zu einer Friedenslösung für Syrien geeinigt. Bis 1. Jänner 2016 sollen Friedensgespräche zwischen dem Regime und der Opposition beginnen, sagte US-Außenminister John Kerry nach Gesprächen bei der Syrien-Konferenz in Wien. Diese soll binnen sechs Monaten zu einer Übergangsregierung führen.

      

  • 11/14/2015, 4:49 PM

    Großer Polizeieinsatz in Belgien

    Nach den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei in Belgien einen Großeinsatz gestartet. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten am Samstag mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Nach Angaben des Rundfunksenders RTBF wurde mindestens ein Mensch festgenommen.

    Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass der Einsatz in Verbindung mit den Anschlägen von Paris steht. Augenzeugen sollen dort allerdings am Freitagabend ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen beobachtet haben, das mit den Taten in Verbindung stehen könnte.

  • 11/14/2015, 4:00 PM

    Faymann traf Steinmeier

    Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ist am Samstag mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu einem Arbeitsgespräch zusammengetroffen. Steinmeier fuhr von der Syrien-Konferenz ins Bundeskanzleramt, Thema der Unterredung waren die Terror-Anschläge in Paris und die Folgen für Europa.

  • 11/14/2015, 4:31 PM

    Attentäter könnte über Griechenland gekommen sein

    Einer der mutmaßlichen Terroristen von Paris könnte Anfang Oktober als Flüchtling aus der Türkei nach Griechenland gekommen sein. "Der Inhaber des Passes, der an einem Tatort (in Paris) gefunden worden ist, war am 3. Oktober 2015 nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros (als Flüchtling) registriert worden", teilte das Ministerium für Bürgerschutz in Athen am Samstagabend mit.

    Das Ministerium wisse nicht, durch welche andere Länder der Inhaber des Passes weitergereist sei, hieß es. Die französischen Behörden hatten in der Nähe der Leiche eines der mutmaßlichen Terroristen einen syrischen Pass gefunden, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise berichtete.

  • 11/14/2015, 4:14 PM

    Steinmeier: Einigung bei Syrien-Treffen

    Nach Angaben des deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier haben sich die Teilnehmer der Wiener Syrien-Konferenz, darunter die USA und Russland, auf die Aufnahme sofortiger Gespräche mit syrischen Oppositionsgruppen über eine politische Lösung des Konfliktes geeinigt.

  • 11/14/2015, 4:05 PM

    London: Franzose mit Schusswaffe festgenommen

    Am Londoner Flughafen Gatwick ist ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Franzose festgenommen worden. Das meldete die britische Polizei am Samstag. Zuvor wurde der Terminal geräumt. Ein Mann, der das Gepäckstück abgestellt habe, sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Sprengstoffexperten seien an Ort und Stelle.

    Es war zunächst unklar, ob es einen Zusammenhang zu den Anschlägen von Paris gibt.

  • 11/14/2015, 4:58 PM

    Flug nach Paris in Amsterdam gestoppt

    Nach einer anonymen Drohung ist auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ein Passagierflugzeug der Air France kurz vor dem Start nach Paris gestoppt worden. Die Maschine sei von Sicherheitskräften durchsucht worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

    Zuvor hätten alle Passagiere den Airbus verlassen müssen. Das Panoramadeck des Flughafens sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

    Die Drohung war laut Angaben des Grenzschutzes über Twitter eingegangen. "Das haben wir so ernst genommen, dass wir sicherheitshalber alle Passagiere von Bord geholt haben", sagte ein Behördensprecher. 

    Bei der Durchsuchung des Airbus wurde allerdings nichts Gefährliches entdeckt, die Drohung erwies sich somit als falsch.

     

  • 11/14/2015, 3:40 PM

    Bundespräsident begrüßt Regierungsbeschluss

    Bundespräsident Heinz Fischer begrüßt den Beschluss der österreichischen Bundesregierung im Kampf gegen den Terror. Er "rechne damit, dass andere Regierungen in Europa sich ähnlich verhalten". Die Regierungsspitze hat am Samstag einen "internationalen Schulterschluss" gegen den Terror beschwört.

  • 11/14/2015, 3:17 PM

    Staatsanwalt gibt um 19.00 Uhr Pressekonferenz

    Der für Terrorismus zuständige französische Staatsanwalt Francois Molins hat für Samstagabend eine Pressekonferenz angekündigt. Molins will demnach um 19.00 Uhr im Justizpalast von Paris über die Anschläge vom Freitagabend mit mindestens 128 Toten informieren.