Keine Kohle, keine Arbeit: Diese Stadt stirbt aus

Keine Kohle, keine Arbeit: Diese Stadt stirbt aus
Im Kommunismus boomte die rumänische Stadt Petroșani. Heute fehlt ihr jegliche Perspektive.

Draußen verdichten Kohlepartikel den eisig-frischen Nachtnebel. Drinnen beheizt ein Kaminherd ein winziges Zimmer mit einem Bett für drei Bewohner. Das andere Zimmer und das WC sind unbeheizt, der Witterung ausgesetzt, bei Minusgraden. Feuchtigkeit zersetzt die Hauswände. Elena Balan lässt das Haus nicht zum Spaß verfallen. Ihr fehlt einfach das Geld.

Ein Zimmer, eine Mutter, zwei Kinder: Im Kreis Hunedoara, Rumäniens einstiger Hochburg für Kohleabbau, müssen viele Familien unter solchen Verhältnissen überwintern. "Meine Söhne lieben mich sehr, sie wollen für immer hier mit mir bleiben, in Petroșani", sagt Elena. Doch auch sie ahnt, dass die Kinder nicht ewig mit ihr ein Bett teilen können: "In vier Jahren denken sie vielleicht anders darüber."

Der achtjährige Vladut möchte einmal Fußballprofi werden, der zehnjährige Stephan Polizist. Vielleicht schaffen sie das, aber eher nicht in Petroșani. Die Arbeitslosigkeit hier soll laut Schätzungen bei 60 Prozent liegen.

Kinder ohne Perspektive

Unter dem kommunistischen Regime von Diktator Nicolae Ceaușescu boomte die Gegend noch. Plattenbauten wurden aus dem Boden gestampft. Hunderttausende lebten beizeiten in und rund um Petroșani, heute sind es in der Stadt knapp 35.000: Exodus und Katerstimmung statt Goldrausch.

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