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Politik Ausland
07/20/2022

Johnson-Nachfolge: Sunak und Truss gehen in Stichwahl

Die beiden erhielten bei der Abstimmung am Mittwoch die meisten Stimmen. Nun haben die Mitglieder der Tory-Partei das Wort.

Im Rennen um die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson gibt es nur noch zwei Finalisten. Ex-Finanzminister Rishi Sunak und Au├čenministerin Liz Truss erhielten bei der j├╝ngsten Abstimmung der konservativen Abgeordneten am Mittwoch gen├╝gend Stimmen, um in die Endrunde einzuziehen. Die wenigsten Stimmen bekam Handelsstaatsekret├Ąrin Penny Mordaunt, die damit aus dem Wettbewerb ausschied. F├╝r Sunak votierten 137 Abgeordnete, f├╝r Truss 113 und f├╝r Mordaunt 105.

F├╝r Sunak stimmten in allen Abstimmungsrunden in der Fraktion die gr├Â├čte Zahl an Abgeordneten. Allerdings ist der 42-J├Ąhrige, der auch die Mitte der Partei anspricht, intern umstritten. Vor allem der rechtskonservative Fl├╝gel um Truss wirft Sunak vor, f├╝r die gr├Â├čten Steuererh├Âhungen der vergangenen Jahrzehnte verantwortlich zu sein.

Der amtierende Premier Johnson gilt ebenfalls als Gegner: Sein Umfeld beschuldigt den fr├╝heren Schatzkanzler, den Regierungschef verraten zu haben, indem er mit seinem R├╝ckzug den Sturz Johnsons eingeleitet habe. Das weist Sunak zur├╝ck. Schlechte Nachrichten brachte ihm zudem das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter Tory-Parteimitgliedern am Dienstag. Demnach d├╝rfte er bei der Stichwahl unterliegen.

Favoritin

Au├čenministerin Truss galt von Beginn als eine der Favoritinnen. Allerdings landete sie in den ersten Wahlrunden stets auf Platz drei hinter der fr├╝heren Entwicklungshilfe- und Verteidigungsministerin Mordaunt, die lange als Liebling der Parteibasis galt. Sie hatte sich als vehemente Verfechterin des Brexits einen Namen gemacht und erh├Ąlt viel Zustimmung von der Parteibasis. Dennoch war Mordaunt den Tories am rechten Rand ein Dorn im Auge, die ihr zu liberale Ansichten in Genderfragen und mangelnde Kabinettserfahrung vorwerfen.

Als einzige verbliebene Vertreterin des rechten Fl├╝gels konnte die 46-j├Ąhrige Truss aber offenbar viele Abgeordnete ├╝berzeugen, die bisher f├╝r die ebenfalls rechtskonservative Ex-Staatssekret├Ąrin Kemi Badenoch gestimmt hatten.

Briefwahl

Nach dem 21. Juli sollen dann die 200.000 Mitglieder der Partei per Briefwahl zwischen Sunak und Truss als zuk├╝nftigen Vorsitzenden entscheiden. Das Ergebnis wird am 5. September bekanntgegeben. Der Nachfolger Johnsons als Vorsitzender der Partei steht automatisch an der Spitze der Regierung, da die Tories die gr├Â├čte Partei im Unterhaus sind. Anfang der kommenden Woche will die BBC ein TV-Duell der beiden letzten Kandidaten ├╝bertragen, zu dem sich die Bewerber schon bereit erkl├Ąrt haben.

Johnson hatte sich auch nach mehreren Verfehlungen nicht zu einem R├╝cktritt durchringen k├Ânnen. Erst nach dem Abgang zahlreicher Mitarbeiter aus Protest gegen Johnsons Vorgehen hatte er sein Ausscheiden angek├╝ndigt. Er will aber im Amt bleiben, bis die Nachfolge gekl├Ąrt ist.

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