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Politik Ausland
05/02/2021

Keine Beruhigung in Sicht: Die 5 Corona-Hotspots Europas

Während vielerorts von Öffnungen und Impfpässen die Rede ist, steigen in anderen Ländern die Zahlen. Der traurige Spitzenreiter liegt weit vor Schweden.

von Armin Arbeiter

"Raus aus der Lockdowntristesse, rein in den Urlaub", soll es schon bald für viele heißen. Doch während sich in einigen Ländern die Touristiker angesichts sinkender Neuinfektions-Zahlen die Hände reiben, schießen die Infektionen in anderen in die Höhe. Der KURIER hat sich die fünf Corona-Hotspots Europas angesehen:

Zypern

Für Touristen aus 65 Staaten will Zypern ab dem 10. Mai die Einreise erleichtern, mit Impfung oder negativem Corona-Test soll es dann möglich sein, das Land ohne Quarantäne zu betreten. Grundsätzlich gute Nachrichten, dennoch liegt Zypern derzeit an der Spitze der EU, was die 14-Tage Inzidenz bei Neuinfektionen betrifft. Das Land hält derzeit bei mehr als 1.200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen (zum Vergleich: Österreich hat 354.6). Allerdings hat Zypern kürzlich seine Testkapazitäten ordentlich ausgebaut, die Tests seit Februar mehr als verfünffacht.

Schweden

Mit deutlichem Abstand ist Schweden (14-Tagesinzidenz: 747,1) das EU-Land mit den zweitmeisten Infektionen – in Relation zur Bevölkerung. Noch immer ist der „schwedische Weg“ umstritten, Maskenpflicht gibt es keine, nur eine Empfehlung. Stets hatte sich Schweden seines stark ausgebauten Gesundheitssystems gerühmt – und das scheint durchaus ein stimmiges Argument zu sein, sieht man sich die Todeszahlen an. Zwar hat Schweden eine doppelt so hohe Infektions-Inzidenz wie Deutschland, allerdings sterben in Relation zur Bevölkerung weniger Schweden an Covid-19. Um genau zu sein, dreizehn pro eine Million Einwohner. In Österreich sind es derzeit laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten 47,3, in Deutschland 38,1.

Kroatien

Mit hohen Zahlen hat auch Kroatien zu kämpfen. Eine 14-Tagesinzidenz von 741,7 und 141 Tote auf eine Million Bürger lassen in dem Urlaubsland die Alarmglocken schrillen. Zwar will die Regierung das Land spätestens zu Pfingsten für den Tourismus wieder öffnen, derzeit gilt aber noch eine Reisewarnung. Aktuell dürfen EU-Bürger mit Einschränkungen nach Kroatien einreisen. Bei der Ankunft werden Reisende registriert und sind verpflichtet, einen negativen PCR-Test oder Antigen-Schnelltest für SARS-CoV-2 vorzulegen, der bei Einreise nicht älter als 48 Stunden sein darf. Verbesserte Testmöglichkeiten in Hotels und auf Flughäfen sollen einen Urlaub dennoch möglich machen.

Frankreich

„Sofern es die Lage zulässt“, sollen Anfang Mai die Bewegungseinschränkungen in Frankreich aufgehoben werden. Aktuell dürfen sich die Menschen nur mit triftigem Grund mehr als zehn Kilometer von ihrer Wohnung entfernen. Derzeit ist die 14-Tage-Inzidenz im Land – trotz Lockdowns – verhältnismäßig hoch, nämlich bei 652, 6. Jedoch ist die in der Vergangenheit bedrohlich gestiegene Kurve in den letzten Tagen etwas gesunken, ebenso die Todesrate, die jetzt bei 61 Menschen pro eine Million Einwohnern liegt. Somit gibt es die leise Hoffnung, dass bald wieder Außenbereiche von Restaurants und bestimmte Kultureinrichtungen öffnen. Auch über eine Lockerung der abendlichen Ausgangssperre, die aktuell um 19 Uhr beginnt, wird gesprochen.

Niederlande

Erste Öffnungen haben bereits die Niederlande veranlasst – und das obwohl deren Kurve deutlich nach oben zeigt. Bei einer 14-Tage-Inzidenz von 630,9 schaffte die Regierung die abendliche Ausgangssperre ab. Geschäfte dürfen wieder Kunden ohne Termin empfangen und Gaststätten im Außenbereich unter Auflagen wieder Gäste bedienen - zumindest von 12 bis 18 Uhr. Veranstaltungen mit Publikum bleiben jedoch untersagt. Ein Lichtblick für die Niederlande ist definitiv die sinkende Todesrate und das Impftempo: Rund 30 Prozent der Bevölkerung wurde mindestens einmal geimpft.

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