Thunberg

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Politik Ausland
05/31/2019

Gutes für das Klima „thun“: Wieder Demo mit Greta in Wien

Die 16-jährige Schwedin bekämpft heute am Heldenplatz den Klimawandel. In ihrer Heimat wird für niedrigere Benzinpreise demonstriert.

von Markus Strohmayer, Jens Mattern

„Streikt mit Greta!“: Mit diesem Aufruf will die Initiative „Fridays for Future“ heute wieder Tausende Demonstranten auf den Wiener Heldenplatz locken.

Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg bleibt – nach ihrem Treffen mit Arnold Schwarzenegger und Bundespräsident Alexander Van der Bellen beim R20 Klimagipfel – extra in Wien, um bei der Demo vor Mitstreitern zu sprechen.

Thema ist diesmal der Artenschutz. Als Startzeit wurde symbolisch „fünf vor zwölf“ gewählt, denn es sei höchste Zeit, im Kampf gegen den Klimawandel endlich zu handeln.

Treffpunkt ist am Wiener Heldenplatz. Von dort geht es über den Ring zum Schwarzenbergplatz, wo bis 14 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet.

Da heute in Wien schulautonom frei ist, müssen aktivistische Schüler diesmal nicht mit Konsequenzen aufgrund von Fehlstunden rechnen.

In Kombination mit dem „Thunberg-Effekt“ – die junge Schwedin begeisterte schon am Dienstag beim „Climate Kirtag“ – rechnen die Organisatoren erneut mit massenhaftem Andrang. Neben dem Ruf nach Artenschutz möchte „Fridays for Future“-Mitinitiator Johannes Stangl bei der Demo seine Forderung nach dem Klimanotstand in Wien wiederholen.

Unterstützung bekommt er von den Initiativen „Scientists for Future“ und „Artists for Future“, die erstmals am freitägigen Klimastreik teilnehmen. Und natürlich von Thunberg, die ja bekanntlich schon seit letztem Sommer für das Klima streikt.

Schwedens "Gelbwesten"

In ihrer Heimat wird heute auch demonstriert, allerdings nicht nach Thunbergs Geschmack. In Schweden hat sich eine Art Gelbwesten-Bewegung entwickelt, die bereits zu lokalen Protesten auf die Straße ging.

Die mittlerweile mehr als 650.000 Mitglieder umfassende Facebook-Gruppe „Benzin-Revolte 2.0“ verlangen eine Senkung des Spritpreises von 17 Kronen (1,58 €) auf 12 Kronen (1,12 €). Noch im Februar lag der Preis bei 14 Kronen.

Die Gruppe weist unter anderem darauf hin, dass nicht jeder Schwede in Städten lebe, wo es gute öffentliche Verkehrsmittel gebe und viele deshalb auf Autos angewiesen seien.

Der Sozialdemokrat Stefan Löfven, Ministerpräsident der rot-grünen Regierung, will jedoch nicht nachgeben: „Wir müssen uns umstellen und uns unabhängig von Öl machen.“ Heute, Freitag, wollen die „Benzinrevolutionäre“ durch die Hauptstadt Stockholm marschieren und ihre Macht demonstrieren.

Kein Schuleschwänzen