Politik | Ausland
05.03.2013

EU-Militärtraining startet

Derzeit fehlt es der unterfinanzierten Armee an Ausrüstung und Struktur.

Das Training des ersten Bataillons der malischen Armee durch EU-Ausbilder startet am 2. April. Dies sagte der Befehlshaber der EU-Trainingsmission, der französische General Francois Lecointre, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Drei Monate später, im Juli, soll der erste malische Gefechtsverband bereits im Norden des Landes einsetzbar sein, sagte der General.

Das Training eines Bataillons dauert den Angaben zufolge etwa zweieinhalb Monate. Derzeit fehle es den malischen Streitkräften aber noch an Ausrüstung, sagte Lecointre. "Der Bedarf ist erheblich." Die ArmeeMalis sei weitreichend unterfinanziert und schlecht ausgerüstet. Es fehle der Armee auch an Struktur und Organisation. "Man muss diese Armee komplett umstrukturieren." Nach Angaben des Befehlshabers zählt die malische Armee rund 10.000 Mann.

Derzeit prüfe die EU noch den Bedarf an Ausrüstung und suche potenzielle Geber, sagte der zuständige Direktor im Auswärtigen Dienst der EU, Peteris Ustubs. Es gebe bereits erste Angebote von EU-Staaten, sagte Lecointre. Ziel müsse es sein, diesen Prozess zu koordinieren und ein "Patchwork" zu verhindern.

550 Mann, acht aus Österreich

Die Größe der EU-Mission gab Lecointre mit ungefähr 550 Mann an. Davon seien rund 200 Trainer, 150 Mann zum Schutz der Truppe und weitere 150 für Logistik und medizinische Hilfe. Österreich hat ein Sanitätskontingent mit acht Bundesheer-Soldaten entsendet.

Die EU unterstütze auch den Wiederaufbau staatlicher Strukturen in Mali, im Sommer sollen Wahlen in dem afrikanischen Land stattfinden. "Unser Engagement ist langfristig und geht über die Wahlen hinaus", sagte Ustubs. Noch in diesem Jahr sei außerdem in Brüssel eine internationale Geberkonferenz für den Wiederaufbau in Mali vorgesehen.

Lecointre schloss aus, dass es "ethnische Säuberungen" bei der Befreiung von Gebieten im Norden des afrikanischen Krisenlandes gekommen sei. Frankreich intervenierte im Jänner mit etwa 4.000 Soldaten in der ehemaligen Kolonie auf Bitten der malischen Führung, um den Vormarsch islamischer Kämpfer auf die Hauptstadt Bamako im Süden zu stoppen. Französische Truppen vertrieben die Islamisten aus den großen Städten im Norden.