über die Mali-Mission
02/08/2013

Darabos’ Strategie für Mali ist: keine

Der Verteidigungsminister verspricht die Entsendung von Militärärzten, die er nicht hat.

von Ingrid Steiner-Gashi

Der Zickzackkurs lässt vermuten, dass Darabos den Herausforderungen seines Amtes kaum gewachsen ist.

Mag. Ingrid Steiner-Gashi | über die Mali-Mission

Muss Österreich bei jeder Militärmission dabei sein, zu der die EU ruft? Muss Österreich mithelfen, die Armee in Mali wieder aufzubauen?

Muss es nicht. Aber die politische Führung wäre gut beraten, angesichts des internationalen Drucks an einem Strang zu ziehen. Auf die Forderungen nach „mehr Solidarität“ könnte Österreich geschlossen und mit guten Argumenten kontern: Mehr als 1500 Soldaten sind ständig im friedenserhaltenden Auslandseinsatz – vor allem in Bosnien, im Kosovo, auf dem Golan. Im Vergleich zur viel größeren deutschen Bundeswehr hat Österreich damit wesentlich mehr Soldaten auf internationalen Missionen und hatte zuletzt sogar eine Kampftruppe in den Tschad losgeschickt.

Ein durchchoreografiertes Nein zur Mali-Mission wäre also genauso ehrenhaft gewesen wie ein ebenso exakt geplantes Ja, wenn es denn im Sinn einer österreichischen Strategie wäre. So aber mutet das Vorgehen von Verteidigungsminister Norbert Darabos chaotisch und unvorbereitet an: Zuerst seine kategorisches Ablehnung, dann sollen doch neun Ärzte und Sanitäter entsendet werden und schließlich stellt sich heraus, dass es die versprochenen Ärzte im Jagdkommando gar nicht gibt.

Da stellt sich die Frage: Kann der Verteidigungsminister seine Ziele nicht umsetzen? „Fällt er um“, sobald Zurufe von außen kommen – seien sie nun von seiner eigenen Partei oder aus Brüssel? In jedem Fall lässt DarabosZickzackkurs vermuten, dass er den Herausforderungen seines Amtes kaum gewachsen ist.

Wobei noch zu sagen wäre: Eine Entscheidung zu revidieren, muss kein Fehler sein. Doch diese Entscheidung dann auch professionell umzusetzen – diesen Beweis bleibt Darabos noch schuldig.