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Politik Ausland
08/20/2020

Obama attackiert Trump scharf: "Er hat den Job nie ernst genommen"

Der Ex-Präsident ließ auf dem Demokraten-Parteitag mit einer emotionalen Brandrede aufhorchen. Er will Junge zum Wählen animieren.

von Karoline Krause-Sandner

Barack Obama ist bekannt für seine herausragenden Reden. Egal, ob man seiner Meinung ist oder nicht, kaum jemand zweifelt an seiner rhetorischen Macht. Die hat der ehemalige US-Präsident gestern Nacht auf dem virtuellen Parteitag der Demokraten gegen den amtierenden Präsidenten ausgespielt. Mit voller Wucht.

In seiner Rede zur Nominierung seines früheren Vizepräsidenten Joe Biden als Präsidentschaftskandidaten und Senatorin Kamala Harris zu dessen "Running Mate" appellierte er an die US-Amerikaner, am 3. November wählen zu gehen.

"Trump hat nur seinen Freunden geholfen"

Den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump nannte er unfähig, das Amt zu führen. Obama habe nicht erwartet, dass sein Nachfolger seine Visionen übernimmt oder seine Politik weiterführt, sagte er in seinem Video aus Philadelphia (siehe weiter unten), er habe aber im Sinne des Landes gehofft, dass Donald Trump den Job ernst nehmen wird. "Das hat er aber nicht!"

Trump habe vielmehr "die wundervolle Macht dieses Amtes" verwendet,um sich selbst und seinen Freunden zu helfen - nicht aber, um "Gemeinsamkeiten zu finden". Die Präsidentschaft habe er behandelt wie "eine weitere Reality-Show, mit der er die Aufmerksamkeit bekommen kann, nach der er sich sehnt".

"Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann. Und die Folgen dieses Versagens sind schwerwiegend". Unter Trump seien während der Corona-Pandemie nicht nur 170.000 Amerikaner gestorben, sondern auch Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Obama machte den Republikaner zudem dafür verantwortlich, dass die USA in der Welt an Ansehen verloren hätten und die demokratischen Institutionen "wie nie zuvor" bedroht seien.

Bisher war Obama vorsichtig mit Wortmeldungen im Wahlkampf. Er hat im April via Twitter seinem ehemaligen Vize seine Unterstützung zugesagt. Er habe in Biden einen Bruder gefunden, der ihn zu einem besseren Präsidenten gemacht habe, sagte der 59-Jährige gestern den Demokraten. Er lobt den 77-Jährigen für seine Widerstandsfähigkeit und sein Einfühlungsvermögen. "Joe ist ein Mann, der früh gelernt hat, jeden Menschen, dem er begegnet, mit Respekt und Würde zu behandeln."

Attacken nicht üblich

Unterstützung für den Kandidaten der eigenen Partei ist für Ex-Präsidenten in den USA üblich - nicht aber Kritik am Nachfolger. Und das ist auch nicht Obamas Art. Umso beachtenswerter sind die scharfen Attacken, die der 59-Jährige gegen Trump und dessen Regierung richtet. "Diese Administration hat gezeigt, dass sie sogar unsere Demokratie abreißen würde, wenn es das ist, was sie für einen Sieg benötigen", glaubt der Ex-Präsident.

Die Zuhörer sollen deshalb "wählen wie nie zuvor" und "keinen Zweifel daran lassen, wofür dieses Land steht". Sie sollen dafür sorgen, "dass die Grundprinzipien unserer Demokratie fortbestehen".

Von Donald Trump kam live Kritik an Obamas Rede. Auf Twitter kommentierte er die Aussagen seines Vorgängers und versuchte, ihn als Heuchler darzustellen. Dieser habe außerdem die republikanische Kampagne ausspioniert und sei "dabei erwischt" worden.

Trump betonte auch noch den vielleicht wunden Punkt bei der Biden-Obama-Freundschaft: Obama habe lange gewartet, Joe Biden zu unterstützen. "Warum?", fragt sich Trump.

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