Wie die Abtreibungsfrage den Wahlkampf in den USA anheizt

Für die Demokraten sind die von den Republikanern gefeierten Verbote für den Schwangerschaftsabbruch fast ein Wahlkampfgeschenk. Denn die Mehrheit des Landes will zurück zu liberaleren Regeln.

In unserer Reihe "Warum sollte mich das interessieren?" behandeln Ingrid Steiner-Gashi und Evelyn Peternel Themen, die manchmal noch weit weg erscheinen, für jede und jeden hier in Österreich jedoch große Bedeutung haben.

„Die Rechte, die von unserer Regierung kommen, sind soziale Verträge und können geändert werden.  Aber unsere wahren Gesetze kommen von Gott“, sagt Peter Range.  Damit steht aus der Sicht des Anti-Abtreibungsaktivisten und Chef der „Right to Life“-Gruppe in Columbus, Ohio, unumstößlich fest:

 „Jedes Leben wurde von Gott gemacht, und jedes Leben beginnt bei der Empfängnis.“

Wie die Abtreibungsfrage den Wahlkampf in den USA anheizt

Peter Range, Anti-Abtreibungsaktivist in Columbus, Ohio

Der 44-jährige Vater von vier Kindern hat so gar nichts von den fanatischen, rabiaten Abtreibungsgegnern an sich, die vor amerikanischen Abtreibungskliniken protestieren und dort Ärzten und Schwestern den Tod androhen. Freundlich, höflich und wortgewandt erklärt er immer wieder, dass auch bei einer Krebserkrankung oder einer Vergewaltigung der Mutter eine Schwangerschaftsunterbrechung undenkbar sei: „Ein Leben wurde geschaffen, ein einzigartiges, das es nie wieder geben wird.“

Unermüdlich tourt der studierte Theologe und Historiker durch den US-Bundesstaat Ohio – wo doch die Mehrheitsmeinung eine ganz andere ist: 57 Prozent sprachen sich im November bei einem Referendum dafür aus, das Recht auf Abtreibung in die Verfassung Ohios aufzunehmen.

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