In China läuft alles übers Handy: Christina-Maria Schösser

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10/27/2020

Wirtschaftsdelegierte in Schanghai: „Es geht Richtung Normalität“

Österreichs Wirtschaftsdelegierte in Schanghai, Christina-Maria Schösser, über den Corona-Alltag in China

von Wolfgang Unterhuber

KURIER: Wie lebt es sich derzeit in China so?

Christina-Maria Schösser: Sehr sicher. Das Leben in China geht, wenn man das so sagen kann, Richtung Normalität. Es gibt großflächig so gut wie keine Neuinfektionen. Speziell hier in Schanghai haben jedenfalls alle Geschäfte offen. Ebenso die Theater, Museen, Kinos, Sporteinrichtungen. Und es finden auch schon wieder Messen statt.

Gibt es Maskenpflicht? Im Freien nicht mehr. Aber in allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch in Schulen und in vielen Bürogebäuden. Und es gibt natürlich auch an vielen Orten Wärmebildkameras.

Reisen die Chinesen wieder?

Ja. Anfang Oktober gab es acht freie Tage. Da sind die Chinesen immer gerne unterwegs bzw. besuchen ihre Verwandten. Laut Statistik erreichte das Reiseaufkommens jetzt 80 Prozent vom Niveau des Vorjahres. Das waren also 600 Millionen Chinesen, die da in diesen acht Tagen unterwegs waren. Ich habe das selbst bei einer Zugfahrt erlebt. Der Bahnhof war voll wie immer. Aber man muss sagen, dass es sich dabei natürlich nur um Inlandsreisen handelt.

Aus beruflichen Gründen dürfen ja Ausländer nach China. Wie werden die kontrolliert?

Man muss bei der Ankunft in China einen aktuellen negativen Test vorweisen, der von der chinesischen Botschaft im Heimatland beglaubigt ist. Aber trotzdem wird bei der Ankunft schon am Flughafen der nächste Test gemacht. Dann kommt man für 14 Tage in ein Quarantänezentrum, wo man noch drei Mal getestet wird.

Und wie läuft die Kontrolle im Alltag?

Über eine App bzw. einen Health-Code am Handy. Wenn man ein Restaurant betritt, hält man sein Handy an die entsprechende Vorrichtung am Eingang und sofort wird über den Code festgestellt, ob man sozusagen eine Gefahr darstellt oder nicht.

Also wenn man sich bewegen will, geht das in China ohne Handy samt Gesundheitsapp gar nicht?

Ja. Aber schon vor Corona haben viele in China über WeChat und Alipay ihr ganzes Leben geregelt.

Wie weit ist China schon beim Impfstoff?

China hat elf Impfstoffe in der klinischen Testphase, vier davon in der Phase drei.

Hat China also schon nächstes Jahr einen Impfstoff ohne gefährliche Nebenwirkungen?

Ich bin keine Expertin und kann dazu keine Aussage treffen. China ist jedenfalls global betrachtet vorne mit dabei.

Lachen sich die Chinesen eigentlich gerade über uns Europäer kaputt?

Die offiziellen englischsprachigen Medien, die ich so verfolge, berichten eher neutral. Und ich höre auch nichts Negatives von den österreichischen Unternehmen hier.

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