Lynk & Co 01 im Test: Schwedisch-chinesisches Batmobil mit viel Platz
Batmobil in höher und komfortabler: Der Lynk & Co 01.
In anderen europäischen Ländern ist Lynk & Co schon länger vertreten, in Österreich erst seit diesem Jahr. Die Marke gehört dem chinesischen Geely-Konzern, wurde gemeinsam mit Volvo entwickelt und hat ihren Sitz in Göteborg. Von dort wurde dem KURIER ein Lynk & Co 01 zum Testen geliefert. Der Kompakt-SUV ist quasi das Einstiegsmodell und als Plug-in-Hybrid erhältlich.
Batman geht es gemütlicher an
Wie der Name schon andeutet, war der 01 das erste Modell von Lynk & Co. In China wird es seit 2017 verkauft, hat sich seitdem aber sowohl äußerlich als auch innerlich weiterentwickelt. Das SUV ist 4,54 Meter lang, 1,69 Meter hoch und hat einen Radstand von 2,73 Meter. Markentypisches Erkennungsmerkmal sind die hoch angebrachten doppelten LED-Tagfahrlichter. Mit durchgehend schwarzer Lackierung und schwarzen Reifen sieht das Auto ein wenig wie eine komfortablere Version von Batmans Batmobil aus.
In elegantem Schwarz sieht der Lynk & Co 01 ganz gut aus. Es gibt ihn aber auch in anderen Farben.
Motoren ergänzen sich blendend
Herzstück ist eine Kombination aus einem 102 kW (137 PS) starken 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor und einem Elektromotor mit 107 kW (143 PS), verbunden durch ein 3-Gang-DHT-Getriebe. Das Gesamtpaket kommt auf 206 kW (276 PS). Dazu gibt es einen 17,7-kWh-Akku, der eine rein elektrische Fahrt von 75 Kilometern ermöglicht und mit maximal 6,6 kW geladen werden kann. Der Antrieb bietet genügend Kraft, um den Lynk & Co 01 in 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Aus dem Stand macht er das aber nur nach einer kurzen Nachdenkpause.
Die Stärke des Autos liegt im sanften Dahingleiten. Während es in früheren Versionen angeblich ruckeliger abging, ergänzen sich die Motoren im aktuellen Modell völlig nahtlos. Dank guter Geräuschdämmung bekommt man vom Verbrenner kaum etwas mit. Härter geht es bei der Federung zur Sache. Die Bremsen packen beim Treten des Pedals nicht sofort kräftig zu, sondern lassen einen das Gewicht von 1,86 Tonnen spüren.
Der Lynk & Co 01 wird - ähnlich wie Teslas - hauptsächlich über ein großes Display bedient.
Touchscreen ist zentrales Bedienelement
Im Innenraum geht es ziemlich teslaesk zu. Ein 15,4-Zoll-Display dominiert das Armaturenbrett. Fast alle Funktionen, bis hin zum Öffnen des Handschuhfachs, werden darüber gesteuert. Die Reaktionszeit ist schnell, die Menüführung dagegen weniger praktisch. Wer zwischendurch etwa die Klimaanlage regulieren will und dann etwa zu Apple Car Play oder Android Auto wechseln will, kann dies nur über ein winziges Symbol am oberen Bildschirmrand tun. Hier fehlt ein Zurück-Button. Knöpfe wären auch eine Lösung. So sieht der mickrige Automatikwahlhebel auf der massiven Mittelkonsole ziemlich verloren aus.
Die Vordersitze wirken massiv und sind sehr angenehm. In der More-Ausstattung gibt es ein Panorama-Glasdach.
Platz und Bass beeindrucken
Die Platzverhältnisse im Lynk & Co 01 sind erfreulich großzügig. Auf der Rückbank ist viel Platz und dennoch fasst der Kofferraum 466 Liter. Mit umgelegten Lehnen passt sogar ein 2,36 Meter hoher Ikea Pax Schrank in das Auto. Fährt man dann mit schwedischem Kennzeichen, Ikea-Möbel, Wasa-Keks im Mund und Avicii aus dem Soundsystem herum, wird man in der öffentlichen Wahrnehmung wieder von Gotham City nach Göteborg versetzt.
Der KURIER hat keine Mühen gescheut und ausprobiert, ob ein Ikea Pax Kasten in das Auto passt.
Apropos Soundsystem: Den Lynk & Co 01 gibt es in genau zwei Ausstattungslinien namens „Core“ und „More“. In der getesteten More-Version bekommt man etwa ein Panorama-Schiebedach, einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz, 360-Grad-Kamera und ein Infinity-Soundsystem mit 10 Lautsprechern. Letzteres hat einen exzellenten Klang und dank Subwoofer im Heck einen eindrucksvollen Bass.
Ab 39.995 Euro erhältlich
Insgesamt präsentiert sich der Lynk & Co 01 als sehr solides Auto. Der Antrieb ist ruhig und bei Bedarf kräftig. Die Verarbeitung zeigt hohe Qualität. Bei der Bedienung gibt es Verbesserungspotenzial, aber auch keine schweren Mängel. Das Platzangebot deckt viele Einsatzzwecke ab. Die Ausstattung ist auch in der Core-Version sehr ansprechend. Diese gibt es um 39.995 Euro, die More-Version kommt auf 43.995 Euro. Konkurrenten mit ähnlicher Motorisierung und Ausstattung, wie Kia Sportage, VW Tiguan, Volvo XC40 oder Toyota RAV 4, sind meist noch teurer.
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