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Chinesischer Autobauer BYD will europäisch werden

Der chinesische Batterie- und Autokonzern BYD fährt Ende des Jahres die Produktion in Ungarn hoch. 150.000 E-Autos sollen anfangs jährlich vom Band rollen. In Österreich ist die Marke seit 2023 auf dem Markt.
BYD-Werk in Südamerika

Am Anfang stand alles unter Spannung. 1995 wurde das chinesische Unternehmen BYD (Build Your Dreams) als Batteriehersteller gegründet. Der Durchbruch gelang mit Partnerschaften mit Nokia und Motorola – zum Beispiel im legendären Handy Nokia 3210 steckte ein BYD-Akku.

Heute ist BYD der weltweit größte Hersteller von Lithium-Eisenphosphat-Akkus und hinter CATL die internationale Nummer zwei unter den Batterieherstellern.

Im Jahr 2003 stieg BYD in die Autobranche ein, indem ein insolventer staatlicher chinesischer Autobauer übernommen wurde. 2008 kam der erste Plug-in-Hybrid und 2009 das erste rein batterieelektrische Auto auf den Markt. „Bei einem Elektroauto macht die Batterie zirka 70 Prozent der Gesamtkosten aus“, erklärt Pascal Sperger, Sprecher von BYD Austria. Die eigene Batterieproduktion verschaffe BYD die größten Kostenvorteile beim teuersten Bauteil.

Platz vier im Segment E-Autos

Im Jahr 2025 stellte BYD weltweit rund 4,55 Millionen Pkw her, davon waren 2,26 Millionen E-Autos und 2,29 Millionen Hybride.

In Österreich ist die Marke im Jänner 2023 an den Start gegangen. Mittlerweile hat sie sich etabliert. Von Jänner bis Juni 2026 wurden 5.804 BYD-Pkw neu zugelassen, davon waren 3.909 rein batterieelektrische Fahrzeuge. Damit sind die Chinesen hierzulande hinter Tesla, Skoda und BMW auf Platz vier im Segment E-Autos.

Bemerkenswert ist die Kundenstruktur: „Wir haben 70 Prozent Privatkundenanteil und nur 30 Prozent Firmen“, sagt Sperger. Das sei ungewöhnlich, da E-Auto-Zulassungen stark von Firmenflotten getrieben seien. Der Grund für den hohen Privatkundenanteil: „Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die umfangreiche Serienausstattung“, behauptet der Sprecher. Sitzheizung, Lenkerheizung, Navigation und große Bildschirme seien Standard, die Kunden müssten im Prinzip nur die Farbe wählen.

Werk in Szeged

BYD Austria ist eine hundertprozentige Tochter der Denzel-Gruppe und firmiert als CCI Car Austria GmbH. Im Oktober 2022 wurde auf der Pariser Autoshow der finale Vertrag zwischen BYD und Denzel unterzeichnet.

„Denzel glaubt seit 2006 an die Automarke BYD, weil das Unternehmen als Batteriehersteller begonnen hat und sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Multi-Branchen-Tech-Konzern entwickelt hat, der gerade im Bereich der E-Mobilität ein einzigartiges Know-how aufweist“, sagt Hansjörg Mayr, Vorstand der Wolfgang Denzel Auto AG. „Dass BYD bald in Europa für Europa entwickelt und produziert, ist ein konsequenter Schritt auf dem Weg zur Lokalisierung der Marke.“

Europäische Zulieferer

Ende 2026 soll im ungarischen Werk Szeged die europäische Serienproduktion anlaufen. Damit ersparen sich die Chinesen jene 27 Prozent Zoll, die die EU auf importierte BYD-Fahrzeuge aufschlägt.

„Die Pre-Production in Ungarn läuft seit Jahresanfang, wo die Arbeiter geschult werden und die Feinabstimmungen für die Maschinen gemacht werden“, erklärt Sperger. Produziert werden zunächst die E-Modelle Dolphin Surf und Atto 2. Das Werk ist in der ersten Ausbaustufe auf 150.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt, kann aber auf 300.000 Stück erweitert werden. Dabei setzt BYD auf europäische Zulieferer: Stahl kommt von der voestalpine, Bremsen von Brembo und von Bosch unter anderem die Steuergeräte. „BYD will ein europäischer Konzern werden“, betont Sperger.

Rund 60 Händler

Mittlerweile verfügt BYD Austria über ein dichtes Händlernetz: 60 Handels- und Werkstättenpartner werden es sein – vom Neusiedler See bis zum Bodensee. Ausgewählt wurden vor allem Familienunternehmen, die lokal stark verwurzelt sind. Nur in Wien, Salzburg und Graz wird BYD von Denzel-Betrieben direkt vertreten.

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