ORF-Gebühren – wofür eigentlich?

ORF-Gebühren – wofür eigentlich?
Die Rundfunkbeiträge wurden für eine teure Infrastruktur erfunden. Dieses Zeitalter nimmt aber langsam ein Ende.
Philipp Wilhelmer

Philipp Wilhelmer

An der Wiege des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stand ein Generalstreik: Als Großbritannien im Jahr 1926 stillstand, begann die damalige Radiostation BBC erstmalig damit, Nachrichten zu senden – die Zeitungen wurden nicht ausgeliefert, und andere Möglichkeiten gab es nicht. Aus einem reinen Unterhaltungssender wurde über Nacht eine der wichtigsten Stimmen des Vereinigten Königreichs. In der Frühzeit des Rundfunks lag für die Regierung Churchill der Gedanke nahe, sich dieses Werkzeug einzuverleiben. Aber ein Regierungssender? Würde man dem glauben?

Der erste öffentlich-rechtliche Rundfunkvertrag der Welt regelt genau dieses Spannungsverhältnis: Der Staat sorgt für einen Finanzierungsrahmen der BBC (die Rundfunkgebühren), legt aber genaue Aufgaben für den Sender fest. Der ORF bezieht sich zu Recht auf diesen Gründungsmythos. Öffentliches Gut: ja. Regierungskontrolle: nein.

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