über neue und alte Religionen.
12/25/2014

Religion und Ersatz

von Guido Tartarotti

Geschwätzigkeit ist eine besonders verheerende Seuche.

Guido Tartarotti | über neue und alte Religionen.

Für immer mehr Menschen sind religiöse Traditionen nur noch ein Echo aus der Vergangenheit. Nur noch 18 Prozent zählen laut einer Studie zu den Gläubigen im traditionellen Sinn. Die größte Gruppe sind die vage an ein diffuses „Höheres“ Glaubenden (57 %), zwölf Prozent sind nicht religiös. Besonders interessant sind jene 13 %, die alternative Glaubensbilder pflegen. Heute kann ja alles eine Religion sein: Veganismus, die Kirche der heiligen Homöopathie, schamanistisches Tantratöpfern im Waldviertel oder Rapid. Gemeinsam ist den Ersatzreligionen, dass sie es an Dogmatismus, Missionseifer und Humorlosigkeit locker mit den traditionellen aufnehmen können.

Auch Religionen brauchen Marketing, sagen die Forscher. Da hat die katholische Kirche in Gestalt ihres Popstars auf dem heiligen Stuhl ein Genie. Ohne Sarkasmus: Franziskus’ Satz vom „Terrorismus des Geschwätzes“ ist hinreißend – und trifft keinesfalls nur im Vatikan zu. Geschwätzigkeit ist eine besonders verheerende Seuche unserer Zeit. Hoch ansteckend, und schwer zu behandeln.

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