Rettet die Wale!

Uwe Mauch

Uwe Mauch

Da lag er nun, neben der Outlinie. Keuchend, ausgepumpt, auf dem Rücken. Es war bereits in der Nachspielzeit auf einem Fußballplatz in der Leopoldau. Im Spiel zweier Reserve-Mannschaften. Von seinem Talent her hätte er locker auch in der ersten Mannschaft spielen können, doch er war halt kein Trainierer, wie man so schön sagt. Das Bier schmeckte ihm sehr, und das Schweinsbratl auch.

Dennoch war er an diesem Samstagnachmittag einem weiten Pass in Richtung Outlinie nachgeschurlt. Er, dem seine Mitspieler den Ball besser auf den Fuß und nicht in den Lauf spielten. Mit letzter Kraft war er Richtung Outlinie unterwegs. Seine Oberschenkel zwickten, die Lungenflügel rasselten. Doch kurz bevor er sein Ziel erreichen konnte, war der Ball nicht mehr da. Weil der Ball bereits auf dem Fuß seines deutlich jüngeren, deutlich fitteren Gegenspielers klebte.

So kam es wie es kommen musste. Sein Fuß, sein Bein, sein ganzer Körper – alles rutschte ins Leere. Und jetzt lag er eben neben der Outlinie. Keuchend, ausgepumpt, auf dem Rücken. Und dann das! Im Moment höchster Verzweiflung vernahm er die vertraute Stimme seines besten Freundes. Von der anderen Seite der Outlinie hörte er: „Rettet die Wale!“

Er musste lachen. Was für ein Trost! Alles war wieder gut.

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